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Deutschland/Welt Thailändischer König verbietet seiner Schwester Kandidatur bei Wahl
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Thailändischer König verbietet seiner Schwester Kandidatur bei Wahl
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22:17 08.02.2019
Als Spitzenkandidatin will die thailändische Prinzessin Ubolratana Mahidol bei den Parlamentswahlen antreten. Quelle: AP
Bangkok

Der thailändische König Maha Vajiralongkorn hat seiner Schwester verboten, bei der Parlamentswahl im März anzutreten und damit ein Tabu der konstitutionellen Monarchie zu brechen. Nachdem die 67-jährige Ubolratana Mahidol am Freitag überraschend ihre Kandidatur bekanntgegeben hatte, erließ er eine im Fernsehen verlesene Verfügung, die es Mitgliedern der Königsfamilie untersagt, politische Ämter anzustreben. Auch wenn seiner ältesten Schwester wegen ihrer Ehe mit einem bürgerlichen Amerikaner ihre Titel aberkannt worden seien, bleibe sie Mitglied der Königsfamilie und damit von politischen Ämtern ausgeschlossen.

Das Königshaus ist im Gegensatz zum Politikbetrieb Thailands im Volk hoch angesehen, weshalb Ubolratana mit einer Kandidatur für die Oppositionspartei Thai Raksa Chart eine ernste Herausforderung für die Militärführung um Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha gewesen wäre. Prayut ist seit dem Putsch von 2014 an der Macht und gilt als Favorit für die Wahl. Ubolratanas Schritt, für eine Oppositionspartei nach dem Mat Amt des Ministerpräsidenten zu streben, löste in Thailand ein Erdbeben aus, auf das der König umgehend reagierte.

1972 verliert Ubolratana offiziell ihre Adelstitel

Die Kandidatur sei unangemessen, auch wenn Ubolratana wegen der Ehe mit dem Amerikaner bereits 1972 ihre Titel aberkannt bekommen habe, befand Vajiralongkorn. Sie habe immer noch ihren „Status und Position als ein Mitglied der Chakri-Dynastie“, erklärte der König. „Ein ranghohes Mitglied der königlichen Familie in das politische System einzubringen ist in jedem Fall ein Akt gegen das historische königliche Protokoll, nationalen Brauch und Kultur und wird als höchst unangemessen betrachtet“, erklärte der König. Zugleich lobte er die Wohltätigkeitsarbeit seine älteren Schwester, die ihr viel Anerkennung von ihrer Familie und dem thailändischen Volk eingebracht habe.

Viele Thailänder waren zunächst davon ausgegangen, dass sich die Prinzessin die Zustimmung ihres Bruders gesichert hatte, bevor sie ihre Kandidatur offiziell machte. Mit seiner Erklärung machte Vajiralongkorn aber sehr deutlich, dass die Kandidatur nicht mit den Prinzipien der Verfassung vereinbar sei.

Bisher kaum politischen Engagement

Die Partei Thai Raksa Chart steht dem im Exil lebenden ehemaligen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra nahe, den das Militär versucht, mit allen Mitteln von der Macht fernzuhalten. Er und seine Schwester Yingluck wurden vom Militär 2006 und 2014 gestürzt. Ihre Parteien haben aber alle Wahlen seit 1998 gewonnen.

Ubolratana ist das älteste der vier Kinder des 2016 verstorbenen Königs Bhumibol Adulyadej und der Königin Sirikit. Nach ihrer Hochzeit mit Peter Jensen, einem Kommilitonen an der US-Eliteuniversität Massachusetts Institute of Technology, ließ sie sich in den USA nieder und brachte drei Kinder zur Welt. Nach der Scheidung zog sie 2001 zurück nach Thailand.

Seither hat sie sich sozial engagiert, insbesondere mit ihrer Stiftung, die sich gegen Drogenmissbrauch durch Jugendliche einsetzt. Auf der internationalen Bühne warb sie zudem wiederholt für Thailand als Urlaubsland und für thailändische Filme. Aus dem politischen Tumult der vergangenen Jahre hielt sie sich in der Öffentlichkeit weitgehend heraus.

Von RND/AP

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