Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Terroranschlag in Paris vereitelt
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Terroranschlag in Paris vereitelt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:08 09.09.2016
Innenminister Cazeneuve machte deutlich, dass neue «gewalttätige Aktionen» unmittelbar drohten. Quelle: Laurent Dubrule
Anzeige
Paris

Die französischen Behörden haben einen neuen Terroranschlag vereitelt. Das sagte Präsident François Hollande beim Südeuropa-Gipfel in Athen. "Eine Gruppe wurde zerstört, aber es gibt andere", fügte er hinzu. Laut Ermittlern und Medienberichten drohte der Anschlag in Paris.

Zuvor waren drei radikalisierte Frauen südlich der Hauptstadt festgenommen worden. "Ein terroristisches Kommando mit jungen Frauen wurde zerschlagen", bilanzierte der Pariser Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins. Sie seien von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien gesteuert worden. "Die terroristische Organisation benutzt nicht nur Männer, sondern auch Frauen, junge Frauen", sagte der Chefermittler. Molins nahm im Detail zu dem Anschlagsziel keine Stellung - er sagte in allgemeiner Form, es habe das Vorhaben eines unmittelbaren terroristischen Aktion gegeben.

Molins kam auch auf die Entdeckung eines abgestellten Autos mit fünf Gasflaschen im Kofferraum in der Pariser Innenstadt vom Wochenende zurück. Offensichtlich drohte eine Explosion dieses Fahrzeugs. Ermittler fanden im Auto auch drei Behälter mit Diesel-Spuren, eine Zigarettenkippe und eine Decke mit Ölspuren. Falls das Auto in Brand geraten wäre, wäre mindestens eine der Gasflasche explodiert - und hätte das Fahrzeug zerstört, sagte Molins.

Laut Sender BFMTV war ein Anschlag im Pariser Gare de Lyon oder dem Bahnhof von Boussy Saint-Antoine geplant - in dem Ort mit 7000 Einwohnern waren die Frauen im Alter von 19, 23 und 39 Jahren am Donnerstag festgenommen worden.

Polizisten des Inlandsgeheimdienstes DGSI hatten die drei Frauen in der Nacht bei einer Anti-Terroraktion in dem Ort rund 25 Kilometer südlich von Paris festgenommen. Eine von ihnen wurde verletzt, als Polizisten nach einem Messerangriff das Feuer eröffneten. Ein Polizist erlitt eine Verletzung an der Schulter, wie Innenminister Bernard Cazeneuve sagte.

Die jüngste der festgenommen Frauen im Alter von 19 Jahren war den Behörden bereits bekannt und ist Molins zufolge eine der Töchter des Autobesitzers. Sie trug ein Dokument bei sich, in dem sie sich als IS-Anhängerin bezeichne, sagte der Ermittler. Die 19-Jährige kam laut Medienberichten verletzt in ein Krankenhaus.

Eine der festgenommen Frauen hatte Verbindungen mit dem Attentäter, der im Juni westlich von Paris einen Polizisten und seine Lebensgefährtin erstochen hatte. Zudem hatte sie Verbindungen mit einem der Angreifer, die Ende Juli einen Priester in der Normandie ermordet hatten.

Die Polizei nahm bei den Ermittlungen eine Reihe von Verdächtigen fest, einige von ihnen wurden wieder auf freien Fuß gesetzt. Laut Nachrichtenagentur AFP blieben zusammen sieben Verdächtige im Polizeigewahrsam.

In Frankreich gilt nach einer beispiellosen Terrorserie weiter der Ausnahmezustand. Erst im Juli hatte ein radikalisierter Mann mit seinem Lastwagen 86 Menschen auf der Uferpromenade von Nizza in den Tod gerissen. Ende Juli wurde ein Priester in einer Kirche in der Normandie ermordet.

Cazeneuve sagte mit Blick auf die Anschläge in den vergangenen Monaten, sein Land sei mit einer terroristischen Bedrohung bisher ungekannten Ausmaßes konfrontiert. "Diese Bedrohung (...) erfordert eine unerbittliche Mobilisierung unserer Polizei- und Geheimdienste."

dpa

Defekte Klebestreifen lassen Österreichs Regierung verzweifeln: Immer mehr Wahlkarten für die Präsidentenwahl müssen für ungültig erklärt werden. Folgt nach der Annullierung nun eine Verschiebung? Der Innenminister prüft alle Optionen.

09.09.2016

Nordkorea bringt mit einem neuen Atomtest erneut die Weltgemeinschaft gegen sich auf. Frische Sanktionen sind so gut wie sicher. Doch Pjöngjang will das Atomprogramm unbedingt vorantreiben.

09.09.2016

Zwischen der EU und der Türkei knirscht es bei etlichen Themen, seit dem Putschversuch war die Stimmung frostig. Nun geht die EU-Kommission auf Ankara zu. Auch die Nato sichert dem "hochgeschätzten Bündnispartner" Unterstützung zu.

09.09.2016
Anzeige