Ein afghanischer Soldat scheucht die Fotografen von den Regierungsgebäuden weg.
Die Angriffe im Herzen Kabuls wurden kurz vor dem Besuch des neuen US-Afghanistan-Gesandten Richard Holbrooke verübt. Mindestens fünf Angreifer - einige trugen Sprengstoffwesten, andere waren mit Sturmgewehren bewaffnet - griffen nach Angaben eines Augenzeugen das Justizministerium an. Im Schusswechsel mit Sicherheitskräften seien zwei Angreifer getötet worden.
Ein Ministeriumsangestellter, der aus dem Gebäude entkam, sagte, er habe drei erschossene Kollegen gesehen. Er sei durch ein Fenster im zweiten Stock entkommen. Im Flur habe ein Mann mit einem Sturmgewehr gestanden, „der auf alle Angestellten geschossen hat, die er gesehen hat“, sagte Nasir Mohammed.
Justizminister Sarwar Danesch sagte in einem Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur AP, er sei in dem Gebäude eingeschlossen. „Es wird immer noch gekämpft. Sie setzen Handgranaten und AK-47(-Sturmgewehre) ein. Es sind immer noch Mitarbeiter in ihren Büros.“
Taliban-Sprecher Sabjullah Mudschahid sagte der AP per Telefon, fünf Kämpfer hätten das Ministerium angegriffen. „Wir haben die afghanische Regierung aufgefordert, mit dem Foltern unserer Gefangenen aufzuhören“, sagte er.