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Israelische Armee an der syrischen Grenze: Syrische Regimegegner haben den Grenzübergang Kuneitra zu den von Israel kontrollierten Golanhöhen eingenommen.

Israelische Armee an der syrischen Grenze: Syrische Regimegegner haben den Grenzübergang Kuneitra zu den von Israel kontrollierten Golanhöhen eingenommen. © Atef Safadi/Archiv

Konflikte

Syrische Regimegegner erobern Grenzübergang nach Israel

Im syrischen Bürgerkrieg rücken radikale Milizen immer näher an Israel heran. Gegner des Regimes in Damaskus nahmen in Kunaitra den Grenzübergang zu den von Israel kontrollierten Golanhöhen ein.

Damaskus. Unter ihnen seien auch radikale islamistische Gruppen wie die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Al-Nusra-Front, berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Bereits im Juni 2013 hatten Rebellen den einzigen Übergang zu Israel überrannt, waren aber von der syrischen Armee schnell wieder vertrieben worden.

Für das Regime von Präsident Baschar al-Assad ist es im syrischen Bürgerkrieg die zweite schmerzliche Niederlage innerhalb weniger Tage. Am Wochenende hatten Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Nordosten des Landes den strategisch wichtigen Militärflughafen Al-Tabka eingenommen. Er war die letzte Bastion des Regimes in der Provinz Al-Rakka.

Zu den Regimegegnern, die Kunaitra kontrollieren, gehören neben der Al-Nusra-Front noch andere islamistische Milizen sowie die gemäßigtere Freie Syrische Armee (FSA). Die Al-Nusra-Front verfolgt eine ähnlich radikale und anti-israelische Ideologie wie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die im Irak und Syrien große Gebiete kontrolliert. Allerdings sind beide Gruppen miteinander verfeindet und bekämpfen sich. Die IS-Extremisten hatten sich im Frühjahr von Al-Kaida losgesagt.

Der UN-Menschenrechtsrat beklagte, die IS-Terrormiliz begehe in Syrien wie im Irak brutalste Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. So töteten IS-Milizen in ihrem Herrschaftsgebiet zur Abschreckung regelmäßig öffentlich Menschen, heißt es in einem von der Syrien-Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrates veröffentlichten Bericht. Selbst Kinder würden zum Zuschauen gezwungen.

Auch Regierungstruppen sowie andere bewaffnete Gruppen vergingen sich in Syrien skrupellos an der Zivilbevölkerung, heißt es weiter. Auch ihnen seien eindeutig Kriegsverbrechen vorzuwerfen. Am meisten hätten darunter Kinder und Frauen zu leiden. Die Armee des Regimes von Baschar al-Assad greife Wohngebiete mit Raketen und den besonders verheerenden Fassbomben an. "Jeden Tag sterben Hunderte Zivilisten, während die Kämpfe ohne Rücksicht auf das Gesetz oder das Gewissen weitergehen", sagte der Kommissionsvorsitzende Paulo Pinheiro.

Der Bericht beruht auf 480 Zeugenbefragungen zwischen dem 20. Januar und dem 15. Juli. Den Angaben zufolge treiben IS-Milizen im Norden und Nordosten Syriens an jedem Gebetsfreitag die Bevölkerung zusammen und exekutieren gnadenlos mutmaßliche Gegner, Straftäter oder Andersgläubige. Zu dem grauenvollen Freitagsritual unter Berufung auf die islamische Scharia-Gesetzgebung gehört den Angaben zufolge auch das Amputieren von Gliedmaßen sowie Auspeitschungen.

Nach Angaben der syrischen Menschenrechtsbeobachter gab es in Kunaitra heftige Kämpfe zwischen Regimegegnern und Soldaten der syrischen Armee. Dutzende seien getötet oder verletzt worden. Die Gefechte gingen in der Nähe von Kunaitra weiter. Die syrischen Staatsmedien bestätigten den Verlust von Kunaitra zunächst nicht. Sie berichteten, die Armee habe in der Region einen Großangriff begonnen.

Die israelische Armee griff zugleich zwei Militärposten der syrischen Armee an. Dies sei als Antwort auf "fehlgeleitetes Feuer aus den innersyrischen Kämpfen" geschehen, hieß es in einer Mitteilung des Militärs. Zuvor war ein israelischer Soldat durch einen aus Syrien abgefeuerten Schuss verletzt worden. Zudem schlugen am Mittwoch mehrere Granaten auf den Golanhöhen ein.

Israel hatte die Golanhöhen 1967 im Sechstage-Krieg von Syrien erobert. Zwischen beiden Ländern gibt es eine entmilitarisierte Zone. Einen UN-Truppe überwacht die Waffenstillstandsvereinbarung. Österreich hatte nach den Kämpfen im Juni 2013 seine Blauhelme von den Golanhöhen abgezogen.

dpa


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