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Südkoreas künftige Präsidentin Park Geun Hye will die Beziehungen zu Japan verbessern.

Südkoreas künftige Präsidentin Park Geun Hye will die Beziehungen zu Japan verbessern.© stf

International

Südkorea will gute Beziehungen zu Japan

Südkoreas künftige Präsidentin Park Geun Hye hat von der früheren Kolonialmacht Japan einen ehrlichen Umgang mit seiner Geschichte gefordert. Beide Länder sollten sich "offen und ehrlich der Geschichte zuwenden und nach einer Zukunft der Aussöhnung und Zusammenarbeit streben".

Seoul. Das sagte Park am Freitag bei einem Treffen mit einem Gesandten des neuen japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe in Seoul. Es sei wichtig, zwischen beiden Ländern beständig Vertrauen aufzubauen, sagte Park, die Ende Februar das Präsidentenamt von Lee Myung Bak übernimmt, einer Sprecherin zufolge.

Der von Abe entsandte frühere Finanzminister Fukushiro Nukaga überbrachte einen Brief des Ministerpräsidenten. Er wolle Abes Gedanken übermitteln, dass die bilateralen Beziehungen "von äußerster Wichtigkeit für die Stabilität in Ostasien" seien, hatte Nukaga laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo vor seinem Abflug nach Südkorea gesagt.

Abe bedauerte derweil am Freitag die Entscheidung Südkoreas, einen Chinesen nach China abzuschieben, der einen Brandanschlag auf ein Kriegsdenkmal in Tokio verübt haben soll. Seoul habe das Auslieferungsabkommen mit Japan nicht eingehalten, sagte Abe in Tokio. Tags zuvor hatte ein Gericht in Seoul die Auslieferung Liu Quiangs an Japan abgelehnt, weil der Anschlag auf den Yasukuni-Schrein, in dem auch Kriegsverbrecher geehrt werden, ein politischer Akt sei. Das Auslieferungsabkommen gilt für kriminelle Taten und nicht für politische Handlungen.

Liu war vor einem Jahr in Seoul verhaftet worden; er hatte Brandsätze auf die japanische Botschaft geworfen, weil Japan sich nicht für Kriegsverbrechen entschuldigen wolle. Liu wurde verurteilt und nach Verbüßung seiner zehnmonatigen Haftstrafe abgeschoben. Abe hatte mit einem Besuch des Yasukuni-Schreins im Oktober 2012 Proteste und Verärgerung in China und Südkorea provoziert.

In Südkorea gibt es die Befürchtung, dass sich die historisch belasteten Beziehungen unter Abe deutlich verschlechtern könnten. Der Nationalist gilt als außenpolitischer Hardliner. Trotz einer Entschuldigung für die Kolonialherrschaft über Korea von 1910 bis 1945 mangelt es Tokio aus der Sicht der meisten Koreaner noch immer an einer ehrlichen historischen Aufarbeitung.

2007 hatte Abe, der zum zweiten Mal Regierungschef ist, für einen internationalen Aufschrei gesorgt, als er es ablehnte, die vom japanischen Militär im Zweiten Weltkrieg erzwungene Sexsklaverei anzuerkennen. Vor allem Frauen aus Korea waren betroffen gewesen.

Zudem war im vergangenen Sommer ein seit Jahrzehnten schwelender Konflikt der beiden Länder um eine abgelegene Inselgruppe neu aufgeflammt. Die Gruppe wird von Südkorea beherrscht. Beide Seiten machen historische Gründe für ihre Besitzansprüche geltend. Die im Japanischen Meer (Ostmeer) gelegenen Inselgruppe wird von den Koreanern Tokdo und von den Japanern Takeshima genannt.

dpa


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