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Südkoreanische Soldaten an der Grenze zum kommunistischen Norden.

Südkoreanische Soldaten an der Grenze zum kommunistischen Norden.© Jeon Heon-Kyun/Archiv

Konflikte

Südkorea und USA erhöhen Alarmbereitschaft

Südkorea und die USA haben in Erwartung des möglichen Starts einer Mittelstreckenrakete in Nordkorea ihre Streitkräfte in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Seoul. Das gemeinsame Truppenkommando setzte das vierstufige Warnsystem "Watchcon" von Stufe drei auf zwei.

 Das berichtete der südkoreanische Rundfunk. Stufe zwei wird bei Anzeichen für eine "kritische Bedrohung" wirksam, Stufe eins gilt für Kriegszeiten. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte die Erhöhung der Wachsamkeitsstufe.

 Der Start einer ballistischen Rakete in Nordkorea wäre eine weitere Eskalation im Konflikt um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm. Der Kommandeur der US-Streitkräfte im Pazifik, Admiral Samuel Locklear, bestätigte, dass Nordkorea mindestens eine Mittelstreckenrakete des Typs Musudan an die Ostküste des Landes verlegt habe. Die Rakete könnte theoretisch die US-Pazifikinsel Guam, jedoch nicht das amerikanische Festland treffen, sagte Locklear dem Streitkräfteausschuss des US-Senats am Dienstag in Washington.

 Die USA würden die Rakete notfalls "zur Verteidigung der Heimat" und der Alliierten abfangen. Von einem solchen Schritt riet der Admiral jedoch für den Fall ab, dass die Rakete auf kein bestimmtes Ziel gerichtet sei. Locklear bezeichnete den Test von Langstreckenraketen und Nuklearwaffen durch das kommunistische Nordkorea als Bedrohung für die nationale Sicherheit Amerikas sowie für Frieden und Stabilität in der gesamten Region.

 Nach Informationen der Aufklärung könne ein Raketenstart in Nordkorea "jederzeit erfolgen", sagte der südkoreanische Außenminister Yun Byung Se am Mittwoch vor einem Parlamentsausschuss in Seoul. Die Musudan-Rakete habe eine Reichweite von schätzungsweise 3500 Kilometern. Yun warnte Nordkorea vor den Folgen eines Raketentests. Der UN-Sicherheitsrat würde sofort zusammentreten, weil dem Land nach UN-Resolutionen solche Starts unter Nutzung ballistischer Technologie untersagt seien.

 Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete unter Berufung auf Regierungsbeamte, es gebe "klare Anzeichen" dafür, dass Nordkorea auch weitere Raketen mit Reichweiten zwischen 300 bis 1500 Kilometern, darunter Scud-Geschosse, abfeuern könnte. Auch hatten Militärs zuvor von der Verlegung einer zweiten Musudan-Rakete berichtet.     

 Die Lage auf der koreanischen Halbinsel gilt seit dem dritten Atomtest in Nordkorea im Februar als extrem gespannt. Pjöngjang hatte angesichts der Ausweitung von UN-Sanktionen und südkoreanisch- amerikanischer Militärmanöver den Waffenstillstandsvertrag von 1953 aufgekündigt, den USA einen atomaren Präventivschlag angedroht und den "Kriegszustand" mit Südkorea ausgerufen.

 Am Dienstag hatte Nordkorea allen in Südkorea lebenden Ausländern wegen der angeblichen Gefahr eines möglichen Atomkriegs das Verlassen des Landes nahegelegt. Auch lässt Nordkorea inzwischen keine Arbeiter aus dem eigenen Land mehr in den gemeinsam mit Südkorea betriebenen Industriepark in Kaesong. Die Produktion in dem Gewerbekomplex in der nordkoreanischen Grenzstadt steht still.

 Südkorea wirft Nordkorea außerdem vor, hinter einem massiven Cyberangriff auf die Computernetze mehrerer einheimischer Sender und Banken im März zu stecken. Das Vorgehen bei den Attacken gleiche der Methode, die Nordkorea bei früheren Hackerangriffen angewandt habe, erklärte das Wissenschaftsministerium in Seoul nach ersten Ermittlungen. Dahinter könnte das militärische Aufklärungsbüro des Nachbarlandes stecken.

 Bei einem spektakulären Angriff am 20. März waren neben Tausenden von Computern bei den Sendern KBS, MBC und dem Nachrichtenkanal YTN auch die Netze von drei Banken lahmgelegt worden. Südkorea beschuldigt das Nachbarland im Norden, in den vergangenen Jahren eine Reihe von Cyberangriffen auf Websites von Behörden und Finanzinstituten des Landes unternommen zu haben.

dpa


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