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Deutschland/Welt Studentenproteste gegen HRK in Leipzig
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Studentenproteste gegen HRK in Leipzig
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21:58 24.11.2009
Studenten in Leipzig protestieren gegen die Hochschulrektorenkonferenz. Quelle: ddp
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Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verteidigte die Übernahme europäischer Bachelor- und Master-Abschlüsse in Deutschland. Man müsse aber darüber reden, ob beim sogenannten Bologna-Prozess jedes Detail richtig bedacht worden sei.

Seit Wochen protestieren Zehntausende Studenten in Deutschland gegen die ihrer Ansicht nach schlechten Studienbedingungen, den missglückten Angleich an europäische Hochschulabschlüsse Bachelor und Master sowie gegen die Unterfinanzierung der Hochschulen. Am Dienstagnachmittag demonstrierten mehrere tausend Studenten in Leipzig gegen die Hochschulrektorenkonferenz.

Die HRK-Vorsitzende Wintermantel sagte, weder stimme der Vorwurf einer Ökonomisierung der Wissenschaft noch der einer mangelnden Mitbestimmung der Studierenden. An allen Hochschulen seien die Studenten an der Konzeption der Studiengänge beteiligt.

Wintermantel warb um Verständnis für Probleme bei der Neuordnung der Studiengänge. Eine solche „Riesenreform“ gehe nicht ohne Probleme ab, von einer Misere könne man jedoch nicht sprechen, sagte sie mit Blick auf die 1999 in Bologna verabredete europäische Vereinheitlichung. Lediglich in einzelnen Studiengängen sei versucht worden, zu viel Stoff in sechs Semestern unterzubringen. Die Hochschulen seien jedoch dabei, diese Probleme zu beheben.

Die Hochschulrektorenkonferenz fordere zudem seit langem, die Unterfinanzierung der Universitäten zu beheben, sagte die Vorsitzende weiter. Aus der Politik gebe es hierfür positive Signale. „Es bewegt sich schon etwas“, sagte Wintermantel: „Aber die Studierenden sind furchtbar ungeduldig.“

Kanzlerin Merkel sagte, ein Teil der Unzufriedenheit der Studenten rühre von den Zeitvorgaben her und von der Frage, ob ausreichend Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Sie verwies hierbei auf den Beitrag des Bundes für den Hochschulausbau und warnte zugleich davor, dass die Bundesrepublik in der Bildung international in Rückstand gerät. Deutschland habe hier nicht mehr den Stand, den es mal hatte.

Derweil dauerte bundesweit die Besetzung von Hörsälen an. In Bochum ließ die Polizei in der Nacht das Audimax der Ruhr-Universität räumen. 28 Studenten mussten aus dem Hörsaal getragen werden, sagte ein Sprecher der Polizei. Drei Besetzer hätten so starken Widerstand geleistet, dass sie festgenommen wurden. In Leipzig hielten rund 40 Studenten weiter das Rektoratsgebäude der Uni besetzt.

ddp

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