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Deutschland/Welt Studenten verschärfen Proteste an Universitäten
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Studenten verschärfen Proteste an Universitäten
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17:30 23.11.2009
In Leipzig haben Studenten den Tagunsrt der Hochschulrektorenkonferenz besetzt. Quelle: ddp

Im Streit um Studienbedingungen und Hochschulfinanzierung verschärfen die Studenten ihre Proteste und haben am Montag auch den Tagungsort der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in Leipzig besetzt. Die Konferenz sei eine „nicht legitimierte Lobbyinstitution“, die sich gegen den Willen der Studenten für Studiengebühren und Zulassungsbeschränkungen starkmache, hieß es zur Begründung der Aktion. Die HRK trifft sich am Dienstag in Leipzig zu ihrer turnusmäßigen Sitzung. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die Weiterentwicklung des Bologna-Prozesses.

Gegen diesen Bologna-Prozess, der die Vereinheitlichung europäischer Studienabschlüsse für Bachelor und Master vorsieht, richteten sich die seit Wochen anhaltenden Proteste der Studenten. In der vergangenen Woche hatten deutschlandweit Zehntausende für bessere Studienbedingungen und eine Überarbeitung des aus Sicht der Studenten überfrachteten und stark verschulten Bologna-Prozesses demonstriert. Zur HRK-Tagung werden in Leipzig bis zu 3000 protestierende Studenten erwartet.

Unklar war am Montag jedoch, ob die Rektoren zu ihrer Tagung den besetzten Raum überhaupt nutzen wollten. “Über ihren Tagungsort hüllt sich die Konferenz in Schweigen“, sagte ein Studentensprecher. Neben dem Raum im Rektoratsgebäude kommt als Tagungsort auch das Neue Rathaus in Frage. Ein Vertreter der Leipziger Studenten sagte, die Besetzung des Rektoratsgebäudes werde so lange fortdauern, bis die Hochschulleitung zu einem Gespräch über die Situation an den Universitäten auf Augenhöhe bereit sei. Dies könne wenige Stunden, aber auch Tage dauern.

Vertreter der Studentenschaften erneuerten ihre Forderungen an die Rektorenkonferenz, dass sie die Studenten künftig stärker in die Hochschulpolitik einbindet und nicht mehr hinter verschlossenen Türen sondern öffentlich tagt. Allgemein fordern die Studenten auch eine offenere Informationspolitik der Rektoren. Dieser Forderung ist die HRK offenbar bereits nachgekommen, die Pressekonferenz zur Tagung soll jetzt bereits am Dienstag in Leipzig stattfinden und nicht wie ursprünglich geplant erst am Mittwoch in Berlin.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Sachsen stellte sich am Montag hinter die Studenten. Deren Forderungen seien berechtigt. Hochschulen und Politik müssten endlich handeln, und nicht länger auf ihre jeweilige angebliche Nichtzuständigkeit verweisen, sagte GEW-Landeschefin Sabine Gerold. Bund und Länder seien in der Pflicht, für eine umfangreiche und sichere Finanzierung der Hochschulen zu sorgen. In der Hochschulrektorenkonferenz sind 256 deutsche Hochschulen vertreten.

ddp

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