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Dreht am Zeiger: Venezuelas Präsident Nicolas Maduro.

Dreht am Zeiger: Venezuelas Präsident Nicolas Maduro. © Miguel Gutiérrez/Archiv

Energie

Stromnot in Venezuela: Präsident ändert Zeitzone

Frauen sollen sich nicht mehr föhnen, eine Vier-Tage-Woche wird eingeführt und nun wird auch noch an der Uhr gedreht - Venezuela fehlt massenhaft Strom, weil das größte Kraftwerk vor dem Kollaps steht.

Caracas. Wegen einer dramatischen Stromkrise will Venezuelas Präsident Nicolas Maduro die Uhrzeit umstellen. "Ich werde die Zeitzone ab dem 1. Mai ändern, um das Energiesparen im Land zu verstärken", verkündete der Sozialist in Caracas.

Damit soll das natürliche Tageslicht besser genutzt werden. Derzeit ist Venezuela 6,5 Stunden hinter der Mitteleuropäischen Sommerzeit zurück - wie genau die Zeitzone geändert werden soll, will Maduro in den nächsten Tagen bekanntgeben.

Zuvor hatte er schon die Einführung einer Vier-Tage-Woche im öffentlichen Sektor verkündet und Frauen dazu aufgerufen, auf das Föhnen zu verzichten, um Strom zu sparen.

Zudem soll es in der kommenden Woche für viele Bürger nur zwei Arbeitstage geben. Der Montag soll arbeits- und schulfrei sein, Dienstag ist ein Feiertag, und Freitag soll per Dekret wegen der Energieengpässe bis Juni ein arbeitsfreier Tag in der öffentlichen Verwaltung sein. Auch in Privatunternehmen soll drastisch Energie eingespart werden.

Auch in den größten Einkaufszentren solle mit "drastischen Maßnahmen" der Verbrauch gesenkt werden. Ziel sei es, die Energieeinsparungen zu verdoppeln. Hauptgrund für den außergewöhnlichen Notstand ist der Wassermangel im Stausee El Guri im Süden, dessen Wasserkraftwerk über 60 Prozent der Energiebedarfs in Venezuela deckt. Maduro macht das Klimaphänomen El Niño für einen starken Temperaturanstieg verantwortlich, der den Wasserpegel im See hat stark sinken lassen.

Statt rund 10 000 Megawatt ist die Leistungskapazität in dem Kraftwerk auf rund 4000 Megawatt gefallen, teilte der Ingenieur Jesus Augusto Gómez der Deutschen Presse-Agentur mit. Bereits Ende April könnte die Stromproduktion fast komplett zum Erliegen kommen.

dpa


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