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Auseinandersetzung in Kairo: Anhänger und Gegner der Regierung bewerfen sich mit Steinen.

Auseinandersetzung in Kairo: Anhänger und Gegner der Regierung bewerfen sich mit Steinen. © Olivier Weiken

Demonstrationen

Straßenschlachten bei Islamisten-Demo in Kairo

Bei einer Protestkundgebung der regierenden Muslimbrüder ist es in Kairo zu Straßenschlachten zwischen Islamisten und radikalen Protestgruppen gekommen. Dabei wurden mindestens 29 Menschen verletzt, berichtete der Nachrichtensender Al-Arabija unter Berufung auf Sanitäter.

Kairo. Die Krawalle hatten begonnen, als Gegner der Islamisten die Demonstranten mit Steinen bewarfen. Diese setzten sich zur Wehr. Schließlich schritt die Polizei ein. Die Proteste richteten sich gegen den Justizapparat. Die Islamisten behaupten, er sei mit Konterrevolutionären durchsetzt.

Der Sprecher der linken Al-Tagammu-Partei, Nabil Saki, sagte der Nachrichtenagentur dpa, die Islamisten seien mit Stöcken und Steinen auf ihn losgegangen. Ein Bus, mit dem die Muslimbrüder und andere islamistische Parteien ihre Anhänger zu der Kundgebung gebracht hatten, ging in Flammen auf. Ambulanzen fuhren im Minutentakt ab.

Vor dem Justizpalast in Kairo, wo am Nachmittag die zentrale Kundgebung mit über 8000 Teilnehmern stattfand, wurden Plakate mit der Aufschrift "Diese Justiz hat Mubarak freigesprochen - Wir fordern die Säuberung der Justiz" aufgehängt. Anlass für den Protest war die Entscheidung vom vergangenen Montag, Ex-Präsident Husni Mubarak aus der Untersuchungshaft zu entlassen.

Der 84-jährige Mubarak sitzt seit mehr als zwei Jahren in Untersuchungshaft, was nach ägyptischem Recht nicht zulässig ist. Da es im ersten Prozess gegen ihn Verfahrensfehler gab, begann jetzt ein zweiter Prozess gegen den 2011 gestürzten Machthaber.

Auch hat die angeordnete Haftentlassung keine praktischen Konsequenzen, weil der Generalstaatsanwalt kurz zuvor ein weiteres Verfahren wegen Korruption gegen Mubarak eröffnet hatte. Der Ex-Präsident wurde erneut in Untersuchungshaft genommen. Die Opposition wirft den Muslimbrüdern vor, sie benutzten den Mubarak-Prozess als Vorwand, um kritische Justizbeamte durch Juristen aus ihren Reihen zu ersetzen.

Die salafistische Partei des Lichts, die in dem inzwischen per Gerichtsbeschluss aufgelösten Parlament mit den Muslimbrüdern zusammengearbeitet hatte, beteiligte sich nicht an der Protestaktion. Auch in der südlichen Stadt Assuan gingen Muslimbrüder auf die Straße, um gegen die Justiz zu protestieren. In der nördlichen Stadt Damietta demonstrierten mehrere Revolutionsgruppen gegen die Politik der Muslimbrüder und gegen die Preissteigerungen in den vergangenen Monaten.

Christliche Gruppen hatten eine ursprünglich für Freitag geplante Protestkundgebung gegen die Regierung in Kairo abgesagt, um gewaltsame Zusammenstöße zu vermeiden. Präsident Mohammed Mursi, der aus der Muslimbruderschaft stammt, hielt sich am Freitag zu einem Staatsbesuch in Russland auf.

dpa


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