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Das vom Architekten Kuzma zugleich als Denkmal entworfene Museum für den Slowakischen Nationalaufstand: Es ist symbolisch in zwei Teile zerrissen.

Das vom Architekten Kuzma zugleich als Denkmal entworfene Museum für den Slowakischen Nationalaufstand: Es ist symbolisch in zwei Teile zerrissen. © Christoph Thanei

Geschichte

Slowakei gedenkt des Aufstandes gegen Nazi-Deutschland

Die Slowakei hat mit Staatsgästen aus mehr als 30 Ländern ihres antifaschistischen Aufstandes vor 70 Jahren gedacht. Der slowakische Nationalaufstand (29. August - 28. Oktober 1944) gegen NS-Deutschland und den slowakischen Marionettenstaat unter dem katholischen Priester und Diktator Jozef Tiso war eine der größten Befreiungsaktionen in Hitlers Machtbereich.

Banská Bystrica. h.

Zwei Monate lang kämpften Slowaken und internationale Freiwillige aus 33 Ländern gegen die Diktatur. Fast die Hälfte des slowakischen Staatsgebietes konnten die Rebellen vorübergehend befreien, ehe die deutsche Wehrmacht und SS den Aufstand niederschlugen.

In Strafaktionen zerstörten die Deutschen über 100 Dörfer, ermordeten deren männliche Bewohner und deportierten Frauen und Kinder in Konzentrationslager. Erst seit dem Ende des Kommunismus wird offen darüber gesprochen, dass umgekehrt auch die Rebellen Massaker an ethnischen Deutschen verübten, obwohl auch viele Karpatendeutsche am Aufstand teilnahmen.

Für politische Kontroversen hatte im Vorfeld des Jubiläums auch eine Einladung an den russischen Präsident Wladimir Putin zur Gedenkfeier gesorgt. Er schickte aber nur Verteidigungsminister Sergej Schoigu als Vertretung. Dieser legte zwar wie die Staatsoberhäupter der Slowakei, Tschechiens und Polens sowie andere Ehrengäste einen Kranz am SNP-Denkmal nieder.

Ein vom slowakischen Außenminister Miroslav Lajcak erbetenes Vieraugengespräch über den Konflikt im Nachbarland Ukraine verweigerte er jedoch. Er sei lediglich zur Feier gekommen, aber nicht für politische Gespräche, ließ er im Voraus über die russische Botschaft in Bratislava ausrichten.

Für Aufsehen sorgte der Rechtsextremist Marián Kotleba, der seit Ende 2013 ausgerechnet in Banská Bystrica als Regionspräsident regiert. Er "begrüßte" die Festgäste, indem er an seinem Amtsgebäude ein großes Transparent mit der Aufschrift "Stop Nato! Yankees go home!" anbringen ließ. Zur offiziellen Feier war Kotleba nicht eingeladen, weil er offen den damaligen faschistischen Diktator Tiso verehrt und die Aufständischen von damals als "Banditen, die gegen den eigenen Staat kämpften", bezeichnete.

dpa


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