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NP Kommentar

Schweres Erbe für den Nachfolger

Nur wenige Journalisten konnten der sehr kurzfristig anberaumten Einladung zur Fifa nach Zürich gestern folgen. Ganz untypisch für die ansonsten perfekt organisierten und inszenierten Pressekonferenzen des Weltfußballverbands. Doch dafür blieb keine Zeit.

Die akribischen Ermittlungen der amerikanischen Behörden, die in Haft sitzenden Funktionäre, der fehlende Rückhalt im Verband, die nicht nachlassenden Vorwürfe - der Druck für Joseph Blatter muss immens gewesen sein. Am Ende konnte er gar nicht mehr anders, als zurückzutreten. Nur wenige Tage nach seiner umstrittenen Wiederwahl als Verbandsboss wolle er aus Liebe zur Fifa einfach das Richtige tun, argumentiert der 79-Jährige. Leider kommt das etwas überraschende Einlenken viel zu spät - und ist wohl eher Ermittlungen gegen ihn selbst denn seiner Einsicht geschuldet.

17 Jahre stand Blatter an der Spitze des mächtigsten Sportverbandes der Welt, in seine Amtszeit fielen dubiose WM-Vergaben und merkwürdige Marketing-Deals. Millionen wurden verschoben, Abhängigkeiten geschaffen, Korruption war offenbar gängige Praxis. Wie auch immer Ermittlungen gegen Blatter selbst ausgehen mögen - Schuld trägt der Schweizer in jedem Fall. Denn als Präsident hat er zumindest das Treiben seiner Vertrauten toleriert, sich dadurch ihre Treue gesichert - und musste für sein Handeln letztlich die Verantwortung übernehmen.

Auf einen neuen Fifa-Präsidenten kommen nun schwere Aufgaben zu. Er kämpft um verloren gegangene Sympathien, soll Skandale aufarbeiten, Strukturen reformieren. Blatters Rücktritt war ein erster Schritt - mehr aber auch nicht. Sein Nachfolger muss dem Fußball die Glaubwürdigkeit zurückbringen. Das wird Zeit in Anspruch nehmen.


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