Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Schwere Explosion im türkischen Diyarbakir
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Schwere Explosion im türkischen Diyarbakir
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:35 04.11.2016
Der Anschlag ereignete sich in der südosttürkischen Kurdenmetropole Diyarbakir.  Quelle: GoogleMaps
Anzeige
Istanbul/Diyarbakir

 
 Nach der Festnahme zahlreicher Abgeordneter der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP ist es in der südosttürkischen Kurdenmetropole Diyarbakir zu einer schweren Explosion gekommen. Mindestens 30 Menschen seien bei der Detonation in der Nähe des Polizei-Hauptquartiers der Provinz verletzt worden, berichtete der Sender CNN Türk.

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete kurz darauf, die Behörden hätten eine Nachrichtensperre verhängt. Das geschieht in der Türkei in der Regel bei Anschlägen. Anwohner sagten der Deutschen Presse-Agentur, die Detonation habe sich am Freitagmorgen in der Nähe des Polizei-Hauptquartiers der Provinz Diyarbakir ereignet und sei in weiten Teilen der Stadt zu hören gewesen.

Wenige Stunden zuvor elf HDP-Abgeordnete festgenommen

Hubschrauber kreisten über Diyarbakir. Anadolu meldete, zu der Detonation sei es neben einem Anbau der Polizeizentrale gekommen. Bei nächtlichen Razzien hatte die Polizei wenige Stunden zuvor elf HDP-Abgeordnete festgenommen, darunter die Parteichefs Selahattin Demirtas und Figen Yüksekdag. Demirtas wurde laut Anadolu in seiner Wohnung in Diyarbakir festgenommen, Yüksekdag in Ankara. Auch der Fraktionschef Idris Baluken wurde in Gewahrsam genommen.

 Auf Betreiben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan war im Mai ihre Immunität aufgehoben worden. Erdogan beschuldigt die zweigrößte Oppositionspartei im Parlament, der verlängerte Arm der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK zu sein.

Zugang zu sozialen Medien zeitweise gesperrt

In den Kurdengebieten in der Südosttürkei und in anderen Regionen sperrten die Behörden in der Nacht den Zugang zu sozialen Medien. In der Millionenmetropole Istanbul war zeitweise das mobile Internet per Handy nicht zu erreichen.

Regierungskritiker in der Türkei nutzen soziale Medien, um Informationen auszutauschen und beispielsweise Demonstrationen zu organisieren. Die meisten Massenmedien sind inzwischen auf Regierungskurs. Zahlreiche kritische Medien ließ Erdogan in den vergangenen Wochen per Notstandsdekret schließen.

Von dpa/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Mai wurde die Immunität von Abgeordneten der pro-kurdischen HDP in der Türkei aufgehoben. Bei nächtlichen Razzien werden nun elf von ihnen festgenommen, darunter die Parteichefs. Kurz darauf wird die Kurdenmetropole Diyarbakir von einer schweren Explosion erschüttert.

04.11.2016

Die türkische Polizei hat die Vorsitzenden der pro-kurdischen Partei HDP festgenommen. Figen Yuksekdag und Selahattin Demirtas sowie sieben weiteren Abgeordnete wird die Verbreitung terroristischer Propaganda vorgeworfen. Nach den Festnahmen ist es in der südosttürkischen Kurdenmetropole Diyarbakir zu einer schweren Explosion gekommen.

04.11.2016

Die Pkw-Maut in Deutschland könnte bald kommen: Die Bundesregierung und die EU-Kommission stehen offenbar kurz vor einer Einigung im Streit um die Straßenabgabe, beide Seiten erwarten nach eigenen Angaben noch im November einen Abschluss.

04.11.2016
Anzeige