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Deutschland/Welt Schwein hat H1N1 – Impfstoff für 60 Prozent der Bürger
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Schwein hat H1N1 – Impfstoff für 60 Prozent der Bürger
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18:24 03.12.2009
Hilft nur beim Menschen: Impfstoff Pandemix. Quelle: ddp

Das Schwein sei vermutlich von einem erkrankten Menschen angesteckt worden. Laut einer Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts für Tiergesundheit handelt es sich um den ersten Fall in Deutschland.

Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums kann das Virus nicht durch Lebensmittel auf Menschen übertragen werden. Daher bestehe keine Gefahr beim Verzehr von Schweinefleisch. Die Tiere würden lediglich an einer leichten Infektion der Atemwege leiden.

Eine frühe Form der sogenannten Schweinegrippe ist laut der Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts vermutlich in Schweinen entstanden. Die seit April beobachtete von Mensch zu Mensch übertragene Variante habe sich jedoch im Menschen entwickelt. Erst nach Ausbruch der Pandemie hätten sich Schweine mit H1N1 infiziert. Unter Umständen sei eine Übertragung vom Schwein auf den Menschen möglich.

Weltweit wurden laut dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit bislang einige Fälle erkrankter Schweine registriert, unter anderem in China, Argentinien, Kanada, Finnland und Irland. Das Institut appellierte an Schweinehalter, mit Grippesymptomen möglichst nicht in die Ställe zu gehen, da die Tiere empfänglich für Influenzaviren seien.

In Niedersachsen sind inzwischen zwölf Menschen an den Folgen der sogenannten Schweinegrippe gestorben. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Hannover mitteilte, starben am Mittwoch als zehnter und elfter Patient zwei Männer aus dem Raum Hildesheim und Hannover. Ein zwölfter Todesfall wurde dem Ministerium am Donnerstag aus dem Landkreis Wittmund gemeldet. Ein Sprecher des Ministeriums begrüßte den Hinweis des Paul-Ehrlich-Institut des Bundes, dass künftig nur noch eine anstatt wie bisher zwei Impfdosen zum Immunschutz gegen das Virus nötig sei. Damit reiche der Impfstoff im Land nun für 60 Prozent der Bevölkerung.

Im Kreis Wittmund war bereits in der vergangenen Woche eine 73-jährige, mit dem H1N1-Virus infizierte Frau gestorben. Sie war wie die meisten Schweinegrippe-Toten in Niedersachsen bereits vor der Ansteckung mit dem neuen Grippevirus krank. Im Raum Hildesheim und Hannover starben am Mittwoch ein 45-jähriger und ein 39-jähriger Mann. Auch sie hatten unter Vorerkrankungen gelitten. In Bremen starb am Donnerstag als zweiter Schweinegrippe-Toter des Stadtstaates ein 46-jähriger Mann.

Unter den Schweinegrippe-Toten in Niedersachsen sind zwei Kinder:
ein Säugling aus dem Raum Wolfsburg/Gifhorn und ein elfjähriges Mädchen aus dem Kreis Grafschaft Bentheim. Der Ministeriumssprecher betonte, in allen Fällen habe der Tod „im Zusammenhang mit anderen aktuellen Leiden“ der Patienten gestanden.

Der Sprecher kündigte an, in der kommenden Woche werde Niedersachsen eine Lieferung von 280 000 Dosen Impfstoff gegen die Schweinegrippe erhalten. Er begrüßte die Ankündigung das Paul-Ehrlich-Institut des Bundes, dass künftig nur noch eine anstatt wie bisher zwei Impfdosen zum Immunschutz gegen das Virus nötig sei. „Damit haben wir für mehr als 60 Prozent der Bevölkerung in Niedersachsen Impfstoff“, betonte er.

In Rheinland-Pfalz wurde unterdessen deutschlandweit zum ersten Mal das H1N1-Virus bei einem Schwein nachgewiesen. Um die Weiterverbreitung der Neuen Grippe in andere Betriebe zu verhindern, wurde der betroffene Betrieb in der Pfalz für kurze Zeit gesperrt, wie das Landesumweltministerium am Donnerstag in Mainz mitteilte. Das Schwein sei vermutlich von einem erkrankten Menschen angesteckt worden. Laut einer Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts für Tiergesundheit handelt es sich um den ersten Fall in Deutschland.

ddp

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