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Alle OECD-Staaten verbrauchen mehr Ressourcen, als die Erde verkraften kann.

Alle OECD-Staaten verbrauchen mehr Ressourcen, als die Erde verkraften kann. © Arno Burgi

Gesellschaft

Schulden und Umweltfrevel gefährden Zukunft der Kinder

Die Industrienationen gefährden einer Studie zufolge durch Verschuldung und Umweltfrevel massiv die Zukunft der nächsten Generationen. Zudem sei der Anteil der armen Kinder in diesen Ländern oft deutlich höher als die der armen Senioren.

Gütersloh. Deutschland schneide in diesem Vergleich mittelmäßig ab, heißt es in der Studie der Bertelsmann Stiftung über die Generationengerechtigkeit in 29 OECD-Staaten.

In der Bundesrepublik hat der Untersuchung zufolge jedes Kind rechnerisch einen Anteil von 192 000 Euro an den Staatsschulden (Stand: Ende 2011). In Japan sind es demnach sogar 571 000 Euro. Die Unterschiede sind groß: So entfallen laut der Studie in Estland auf jedes Kind unter 15 Jahren 4600 Euro Staatsschulden, in Griechenland sind es rund 215 000 Euro.

Alle OECD-Staaten verbrauchten darüber hinaus mehr Ressourcen, als die Erde verkraften könne. Der sogenannte ökologische Fußabdruck dürfe mit Blick auf ein generationengerechtes Handeln im globalen Maßstab durchschnittlich nicht größer sein als 1,8 Hektar pro Person, heißt es in der Studie. Tatsächlich verbraucht Deutschland aber 4,6 Hektar pro Person. Am Schluss liegen Belgien und die USA mit 7,2 Hektar und Dänemark mit 8,3 Hektar pro Person. Der ökologische Fußabdruck ist die Maßeinheit für die Menge verbrauchter Ressourcen.

Ein weiterer Indikator für ein Gerechtigkeitsdefizit zwischen den Generationen sei das Ausmaß der Kinderarmut, auch im Verhältnis zur Altersarmut, heißt es in der Studie. Das größte Missverhältnis zwischen Kinder- und Altersarmut weisen die Niederlande auf: Während die Kinderarmut dort bei 9,6 Prozent liegt, sind nur 1,7 Prozent der älteren Menschen von Armut betroffen.

Unter dem Strich sieht die Stiftung einen großen Handlungsbedarf in allen OECD-Staaten: Für mehr Generationengerechtigkeit sollte mehr Geld in die Bildung der Kinder investiert werden. Umweltbezogene Steuern sollten danach vermehrt dazu verwendet werden, den Wohlfahrtsstaat in Zeiten des demografischen Wandels zu stützen.

dpa


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