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Spurensicherung an einem Tatort.

Spurensicherung an einem Tatort. © Erik S. Lesser

Kriminalität

Schüsse in Tennessee: FBI durchleuchtet Hintergrund des Täters

Nach der Ermordung von vier US-Soldaten im Staat Tennessee sucht die Bundespolizei FBI nach Indizien für einen terroristischen Hintergrund. Der nach Medienberichten aus Kuwait stammende Mohammad Youssef Abdulazeez hatte bei Chattanooga zwei Militäreinrichtungen angegriffen und vier Marines getötet sowie mehrere Menschen verwundet.

Chattanooga. t. Auch der Schütze kam bei der Attacke um. Bislang gehen die Behörden davon aus, dass der 24-Jährige allein gehandelt habe. Nun werde mit allen Kräften ermittelt, sagte Bürgermeister Andy Berke am Freitag auf CNN.

Während die Stadt der Opfer gedachte und die Menschen an mehreren Stellen Blumen niederlegten, ermitteln die Fahnder nun in Richtung Inlandsterror als Tatmotiv. Es würden aber auch andere Beweggründe in Betracht gezogen, sagte FBI-Ermittler Ed Reinhold. Abdulazeez soll ein unauffälliger junger Muslim mit amerikanischer Staatsbürgerschaft gewesen sein, der Medien zufolge nur einmal wegen Trunkenheit am Steuer mit der Polizei zu tun hatte. Bislang gibt es laut FBI keine Hinweise auf Verbindungen zu internationalen Terrorgruppen.

Der Todesschütze war am Donnerstag zu einem Rekrutierungsbüro der Armee und anschließend zu einem Marinestützpunkt nahe Chattanooga gefahren und hatte aus seinem Cabrio heraus um sich geschossen. Er soll unter anderem mit einem Schnellfeuergewehr und 30 Magazinen Munition ausgerüstet gewesen sein. Damit habe er die herbeigeeilte Polizei einige Zeit auf Abstand gehalten und mindestens einen Polizisten verletzt. Wie der Schütze genau ums Leben kam, teilte das FBI nicht mit. "Wir konnten die Gefahr neutralisieren", sagte Reinhold, ohne Einzelheiten zu nennen.

Der Täter habe einzig "wegen der Uniformen" auf die Soldaten geschossen, sagte Chattanoogas Polizeichef Fred Fletcher auf CNN. Nach ersten Erkenntnissen hatte der Täter keine Verbindung zum Militär. Laut der Lokalzeitung "Times Free Press" lebte er bereits lange in Tennessee. Er war gut ausgebildet, hatte einen Ingenieursabschluss und war in mindestens einem Sportverein aktiv. Nachbarn und Bekannte sprachen von einer gut integrierten Familie.

Präsident Barack Obama kommentierte die Bluttat als "herzzerreißende Situation. Wir nehmen alle bewaffneten Angriffe sehr ernst." Sein Mitgefühl gelte den Familien der Opfer. Bürgermeister Berke twitterte am Freitag, dass er "mit einem schweren Herzen" aufgewacht sei. An vielen staatlichen Einrichtungen der USA - besonders des Militärs - wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Das FBI durchsuchte mehrere Häuser in Chatanooga und befragte die Familie.

Mittlerweile sind zwei der vier getöteten Marines identifiziert: Ein 40-jähriger Soldat war laut CNN in der Vergangenheit zweimal im Irak stationiert, der zweite hatte erst vor drei Jahren die High School beendet und neben seiner Armeetätigkeit Geschichte studiert.

In den USA hatte es schon mehrfach Angriffe auf Militäreinrichtungen gegeben. Im April vergangenen Jahres etwa erschoss ein Soldat, der wenige Jahre zuvor im Irak gedient hatte, im Militärstützpunkt Fort Hood (Texas) drei Kameraden und tötete sich dann selbst.

dpa


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