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Überladenes Boot vor Lesbos: Die Schlepperbanden werden sich wegen verschärfter Grenzkontrollen auf der Balkanroute neue Wege Richtung Norden suchen.

Überladenes Boot vor Lesbos: Die Schlepperbanden werden sich wegen verschärfter Grenzkontrollen auf der Balkanroute neue Wege Richtung Norden suchen. © Orestis Panagiotou

Migration

Schlepper suchen neue Routen für Flüchtlinge nach Europa

Die internationalen Schlepperbanden werden sich wegen der Verschärfung der Grenzkontrollen auf der Balkanroute nach Einschätzung europäischer Behörden neue Wege Richtung Norden suchen.

Berlin. Eine stärkere Sicherung der EU-Außengrenze in der Ägäis zwischen Griechenland und der Türkei werde dazu führen, dass Flüchtlinge unter anderem auf die gefährliche zentrale Mittelmeerroute aus Libyen und Ägypten ausweichen, schrieb die "Welt am Sonntag".

Nachrichtendienste aus verschiedenen Ländern hätten beobachtet, dass in libyschen Küstenorten bereits zwischen 150 000 und 200 000 Flüchtlinge auf besseres Wetter warteten, um die Fahrt übers Mittelmeer zu wagen. Bislang kämen die Flüchtlinge dort vor allem aus Eritrea, Nigeria und Somalia. Die Zahl der Migranten aus der Kriegsregion in Syrien steige jedoch. Andere Flüchtlingsrouten könnten künftig über das Schwarze Meer, über Georgien und Russland sowie von Albanien aus übers Meer nach Italien verlaufen.

In Sicherheitskreisen werde gewarnt, dass stark geschützte Grenzen den Migrationsdruck zwar reduzieren, aber nicht beseitigen werden. Gründe dafür seien der weiter in Syrien tobende Krieg und die anhaltend schlechte Situation in vielen Flüchtlingslagern sowie vielfältige Konflikte in Afrika.

Die EU setzt sich deshalb für Schutzzonen in Syrien ein. Sie unterstützt damit nicht nur die notleidende syrische Zivilbevölkerung, sondern auch ein Anliegen der Türkei. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte der Zeitung: Wenn alle Seiten mitziehen, kann dies auch dazu führen, Gebiete zu definieren, in denen keine Kampfhandlungen mehr stattfinden und in denen die vor den Kämpfen flüchtende Zivilbevölkerung Schutz erhält."

dpa


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