Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Schlamperei im AKW Philippsburg: EnBW deckt 24 Fälle auf
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Schlamperei im AKW Philippsburg: EnBW deckt 24 Fälle auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:50 18.04.2016
Luftaufnahme vom Kernkraftwerk Philippsburg. In insgesamt 23 Fällen ist bei Sicherheitsprüfungen zu Ungereimtheiten gekommen. Quelle: Fredrik von Erichsen/Archiv
Anzeige
Karlsruhe

Im Atomkraftwerk Philippsburg in Baden-Württemberg haben drei Mitarbeiter bei Sicherheitsprüfungen getrickst. Ungereimtheiten gibt es bei 24 statt wie bisher bekannt bei 8 Prüfprotokollen, wie aus einer Mitteilung des Kraftwerksbetreibers EnBW hervorgeht.

Der Konzern betonte, dass die Sicherheit der Anlagen trotz des Fehlverhaltens jederzeit gewährleistet gewesen sei, und kündigte weitere Untersuchungen an. Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) will den Betrieb des Kraftwerks jedoch vorerst nicht weiter erlauben. Seit dem 8. April ist das Atomkraftwerk wegen einer Revision nicht am Netz.

Der Konzern hatte Anfang April bei Untersuchungen zunächst festgestellt, dass ein Mitarbeiter eine wiederkehrende Prüfung an einem Störfallmonitor in Block II in Philippsburg zwar dokumentiert, aber nicht durchgeführt hatte. Bei näherem Hinsehen wurde dann auch entdeckt, dass Prüfprotokolle vordatiert wurden, um verpasste Termine zu vertuschen.

Insgesamt waren laut EnBW drei Mitarbeiter eines externen Dienstleisters beteiligt. Sie haben nach Angaben einer EnBW-Sprecherin keinen Zutritt mehr zum Gelände des AKW Philippsburg. Die Zusammenarbeit mit der Fremdfirma werde fortgesetzt - es habe sich um Fehlverhalten einer Gruppe, nicht des Dienstleisters gehandelt.

Der Energiekonzern kündigte weitere Untersuchungen an, "um zu belegen, dass es keine vergleichbaren Täuschungen bei anderen Prüfungen am Standort Philippsburg gibt", wie es in der Mitteilung heißt. Auch die Atomkraftwerke in Neckarwestheim und Obrigheim werden auf ähnliche Fälle untersucht.

Umweltminister Untersteller forderte eine bundesweite Meldepflicht für Fälle menschlichen Versagens, die derzeit von Kraftwerksbetreibern als interne Angelegenheit betrachtet werden können. "Wenn jemand wie in Biblis oder in Philippsburg aber Sicherheitsprüfungen vorgibt, die nie stattgefunden haben, ist das in meinen Augen ein schwerwiegender Verstoß gegen die Sicherheitsinteressen der Bevölkerung", sagte Untersteller.

Nach Angaben des Umweltministeriums gilt der aktuelle Fall aus Philippsburg den internationalen Regeln zufolge als Störung (Stufe 1).

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Vizekanzler ist der Auffassung, dass Ägypten einen "beeindruckenden Präsidenten" hat. In Deutschland löst das harte Kritik aus. Gabriel findet in Kairo aber auch andere Worte.

18.04.2016

Mit ihrer Generalkritik am Islam will die AfD-Spitze provozieren. Das gelingt: Es hagelt Kritik von allen Seiten.

18.04.2016

Die Bundesregierung legt zweierlei Maß an: Wer einen ausländischen Staatschef beleidigt, soll künftig ungeschoren davonkommen. Wer sich das beim Bundespräsidenten erlaubt, kann weiter im Gefängnis landen. Derweil wartet die Staatsanwaltschaft am ZDF-Standort Mainz auf Post.

18.04.2016
Anzeige