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Blick auf das Braunkohlekraftwerkes der Vattenfall AG im brandenburgischen Jänschwalde (Spree-Neiße).

Blick auf das Braunkohlekraftwerkes der Vattenfall AG im brandenburgischen Jänschwalde (Spree-Neiße).© Patrick Pleul/Archiv

Gesundheit

Schädlichste Kohlekraftwerke in Brandenburg und Rheinland

Die bundesweit schädlichsten Kohlekraftwerke stehen der Umweltschutzorganisation Greenpeace zufolge im brandenburgischen Jänschwalde und in Bergheim im Rheinland.

Berlin. Die Braunkohleanlagen dort stießen die größte Menge an giftigem Feinstaub aus, wie die Universität Stuttgart in einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen Studie herausfand. Mit der Untersuchung könnten die Gesundheitsrisiken der Kohlekraftwerke in Deutschland erstmals scharf bestimmt werden, sagte der Energie-Experte von Greenpeace, Gerald Neubauer, bei der Vorstellung der Studie am Mittwoch in Berlin.

Die gesundheitsschädlichen Schadstoffe aus den Schloten der untersuchten 67 leistungsstärksten Kohlekraftwerke führten den Forschern zufolge in Deutschland zu mehr Krankheiten und statistisch gesehen zu einer kürzeren Lebensdauer. 30 bis 40 Prozent der giftigen Emissionen würden mit Winden aus Nachbarländern nach Deutschland geweht, sagte Mitautor Rainer Friedrich von der Universität Stuttgart.

Mittels einer Modellrechnung kommen die Autoren der Studie zu dem Ergebnis, dass die Stoffe aus den untersuchten Kohleschloten jährlich den Verlust von insgesamt 33 000 Lebensjahren in Deutschland verursachen. Außerdem fielen jedes Jahr rund 700 000 Arbeitstage aus, weil Beschäftigte an Atemwegsleiden, Lungenkrebs oder Asthmaanfällen erkrankten oder Herzinfarkte erlitten. Sicher sei letztlich aber nur ein statistischer Zusammenhang zwischen diesen Krankheiten und dem Feinstaub, sagte Friedrich. Ob die Schlote unmittelbare Ursache seien, könne man nicht mit absoluter Sicherheit sagen.

"Man kann bestimmte Krankheitsfälle Kraftwerken zuordnen", sagte ein Sprecher des Umweltbundesamtes über die Greenpeace-Studie. Ob man daraus die zugespitzte Aussagen ableiten könne, dass statistisch gesehen 3100 Menschen vorzeitig stürben, wie die Organisation in ihrer Pressemitteilung vom Mittwoch schreibt, sei aber fraglich.

dpa


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