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Das Betreuungsgeld ist eigentlich längst durch. Doch die SPD will nach dem Machtgewinn im Bundesrat das heftig umstrittene Vorhaben noch irgendwie verhindern.

Das Betreuungsgeld ist eigentlich längst durch. Doch die SPD will nach dem Machtgewinn im Bundesrat das heftig umstrittene Vorhaben noch irgendwie verhindern. © Patrick Pleul/ Symbol

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SPD sagt Betreuungsgeld den Kampf an

Nach dem Wahlerfolg in Niedersachsen hat der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel erbitterten Widerstand gegen das von der Bundesregierung beschlossene Betreuungsgeld angekündigt.

Berlin. Seine Partei werde "alles unternehmen, um dieses irrsinnige Betreuungsgeld zu verhindern".

Das sagte Gabriel am Montagabend im ZDF-"heute-journal". Aus den Reihen der Linkspartei kommt die Mahnung, nur mit ihrer Unterstützung sei eine Mehrheit gegen Schwarz-Gelb im Bundesrat möglich.

SPD und Grüne hatten bereits vor der Niedersachsen-Wahl angekündigt, bei einem Wahlsieg Initiativen zu starten, um das Betreuungsgeld zu stoppen. Beide Parteien wollen nun mit der neuen Mehrheit in der Länderkammer mit eigenen Gesetzesinitiativen den Druck auf die Regierung erhöhen. Bei der Wahl in Niedersachsen erzielte Rot-Grün am Sonntag einen hauchdünnen Vorsprung von einem Landtagsmandat.

Gabriel betonte, es gehe darum, zwei Milliarden Euro dort "reinzugeben, wo wir den größten Bedarf haben, beim Ausbau der Kindertagesstätten und Ganztagsschulen". Auch das Steuerabkommen mit der Schweiz werde die SPD weiterhin ablehnen.

Der SPD-Vorsitzende betonte, das Betreuungsgeld sei noch längst nicht durch. Dabei hatte das Gesetz Mitte Dezember im Bundesrat die letzte parlamentarische Hürde genommen. "Nichts ist in der Politik endgültig abgeschlossen", sagte Gabriel.

Ab August sollen Eltern auf Betreiben der CSU Geld erhalten, die für ihre Kinder im zweiten und dritten Lebensjahr keinen Kita-Platz oder eine staatlich bezahlte Tagesmutter in Anspruch nehmen. Vorgesehen ist ein Betreuungsgeld von zunächst 100 Euro, später 150 Euro im Monat.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier kündigte darüber hinaus auch eine Initiative zur Einführung eines Mindestlohns an. "Wir werden unsere Mehrheit im Bundesrat nutzen, um wichtige Themen zu transportieren, während die Kanzlerin versucht, die Menschen einzulullen, sagte Steinmeier der "Passauer Neuen Presse" (Dienstag).

Brandenburgs Finanzminister Helmuth Markov (Linke) warnt SPD und Grüne davor, im Bundesrat über die Wünsche der Linkspartei hinwegzugehen. "Es gibt eine rot-grün-rote Gestaltungsmehrheit", sagte Markov der Süddeutschen Zeitung (Dienstag). Für eine Mehrheit seien aber auch die vier Stimmen Brandenburgs erforderlich, das von einer Koalition aus SPD und Linker regiert wird. Die Linke wolle nicht nur beim Mindestlohn, sondern auch bei den Themen Spitzensteuersatz, Ehegattensplitting und Erbschaftssteuer im Bundesrat vorankommen.

dpa


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