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Eine Frau trauert um die 2004 in Beslan von Islamisten ermordeten Menschen. 

Eine Frau trauert um die 2004 in Beslan von Islamisten ermordeten Menschen. © Yuri Kochetkov / Archiv

Terrorismus

Russland gedenkt der Opfer in Beslan

Zehn Jahre nach dem verheerenden Geiseldrama in einer Schule in Beslan hat Russland der Opfer des Terroranschlags gedacht. Mehr als 3000 Menschen kamen am Montag zu der Trauerfeier in der russischen Teilrepublik Nordossetien und legten Blumen und Kränze nieder.

Moskau. r. Der russisch-orthodoxe Patriarch Kirill betete in der Hauptstadt Moskau in einem Kloster für die Toten und ihre Angehörigen. Das Drama von Beslan war der schwerste Terroranschlag in der Geschichte Russlands.

2004 waren bei der Geiselnahme in einer Schule 334 Menschen getötet worden, darunter 186 Kinder. Mehr als 30 Islamisten aus der Konfliktregion Nordkaukasus nahmen damals mehr als 1100 Menschen gefangen, darunter Lehrer und Eltern. Die Geiselnahme dauerte 52 Stunden. Die Lage eskalierte am 3. September 2004 mit einer Explosion und einem stundenlangen Feuergefecht mit den Sicherheitskräften.

An diesem Mittwoch wollen die Organisatoren in Erinnerung an die Toten 334 weiße Luftballons steigen lassen. Am Dienstag soll ein Requiem aufgeführt werden.

Die russische Staatsführung steht wegen der blutigen Eskalation der Geiselnahme in der Kritik. Die Selbsthilfegruppe der "Mütter von Beslan" fordert die Kremlführung seit Jahren auf, die Tragödie endlich aufzuklären. Noch immer seien die im Sicherheitsapparat für das Blutbad Verantwortlichen nicht bestraft worden, kritisieren die Angehörigen der Opfer sowie Regierungsgegner.

Die Menschenrechtsgruppe Freedom House aus den USA forderte zum Jahrestag eine vollständige Ermittlung zum Ablauf der Geiselnahme. Auch die liberale Oppositionspartei Jabloko verlangte Aufklärung. "Wir müssen die Wahrheit über Beslan wissen", sagte Parteichef Sergej Mitrochin. Die Gesellschaft habe noch keine Antworten erhalten, wer damals mit den Geiselnehmern verhandelt habe und wie es zum Sturm der Sicherheitskräfte auf das Gebäude gekommen sei. "Ein Staat, der keine Lehren aus den Ereignissen (in Beslan) zieht, kann seine Bürger nicht verteidigen - nicht heute und nicht in Zukunft", sagte Mitrochin.

dpa


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