Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Regierung erwägt Ausweitung des Bundeswehreinsatzes in Mali
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Regierung erwägt Ausweitung des Bundeswehreinsatzes in Mali
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:10 15.10.2015
Bundeswehrsoldaten bilden in Koulikoro Pioniere der Armee Malis aus. Die EU-Ausbildungsmission läuft seit April 2013. Quelle: Maurizio Gambarini/Archiv
Anzeige
Berlin

Die Bundeswehr wird ihren Einsatz im westafrikanischen Mali wahrscheinlich auf den gefährlichen Norden des Landes ausweiten. Bundesaußenminister Steinmeier (SPD) sagte, es werde noch in dieser Woche einen militärischen Vorschlag zur Beteiligung an der UN-Blauhelmmission Minusma geben.

"Da geht es unter anderem um Aufklärungskapazitäten, die geschaffen werden müssen." Wieviele Soldaten dafür zusätzlich nach Mali geschickt werden müssten, sagte der SPD-Politiker nicht.

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, dass der Einsatz von Aufklärungsdrohnen erwogen werde. Bisher ist die Bundeswehr mit 200 Soldaten an einer EU-Ausbildungsmission im relativ sicheren Süden des Landes beteiligt. An Minusma nehmen derzeit nur neun deutsche Soldaten im Hauptquartier in der Hauptstadt Bamako teil.

Der Einsatz der Blauhelmsoldaten im Norden Malis ist deutlich gefährlicher als die Ausbildungsmission im Süden. Bis zum 30. Juni wurden dort 56 Blauhelmsoldaten getötet. Das Wüstengebiet war im Zuge eines Putsches 2012 ins Chaos gestürzt. Islamisten und Tuareg-Rebellen hatten dort die Macht an sich gerissen. Erst durch ein Eingreifen der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich im Januar 2013 konnte das Gebiet wieder weitgehend befreit werden.

Die Bundeswehr hatte im September ein Erkundungsteam nach Mali geschickt, um eine Unterstützung der niederländischen Streitkräfte im nordmalischen Gao zu prüfen. Die Stadt am Niger war 2012 von den Rebellen zur Hauptstadt des von ihnen ausgerufenen Staates Azawad erklärt, dann aber von französischen und malischen Streitkräften zurückerobert worden.

Die "SZ" zitiert aus einer Stellungnahme zu dem Bericht des Erkundungsteams, in der von einer "weitgehend eigenständigen und robusten Operationsführung" die Rede ist. Das könnte auch die Entsendung von Kampftruppen beinhalten. Die Soldaten würden "überwiegend in Gebieten mit erheblicher oder hoher Bedrohungslage" eingesetzt, zitiert das Blatt zudem Militärkreise.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bund und Länder haben ihren langjährigen Streit über Zuschüsse für den regionalen Bahnverkehr endgültig beigelegt. Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat einigte sich am frühen Donnerstagmorgen auf den Kompromiss, der bereits im Zuge des Maßnahmepakets zur Bewältigung der Flüchtlingskrise vereinbart worden war.

15.10.2015

Im Syrien-Konflikt hat der russische Präsident Wladimir Putin den USA eine unkonstruktive Haltung vorgeworfen. "Ich verstehe nicht, wie die amerikanischen Partner die russischen Handlungen im Kampf gegen den Terrorismus in Syrien kritisieren können, wenn sie selbst einen direkten Dialog zu wichtigsten Themen verweigern", sagte Putin in Kasachstan.

15.10.2015

Der Bundespräsident im Land von Dschinghis Khan: Der Bergbauboom in der Mongolei ist ins Stocken gekommen. Deutschland will die Demokratie stützen - und auch die Wirtschaft will profitieren.

15.10.2015
Anzeige