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Deutschland/Welt Rechtsextreme Einstellungen stark verbreitet
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Rechtsextreme Einstellungen stark verbreitet
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15:11 21.11.2016
Rechtsextremistische Urteile halten sich einer Studie zufolge hartnäckig in der Gesellschaft.  Quelle: dpa
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Berlin

 Mehr als ein Viertel der Deutschen teilt sogenannte neurechte Einstellungen. Wie aus einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung hervorgeht, vertreten 28 Prozent der Bevölkerung ein Einstellungsmuster, das etwa eine vermeintliche Unterwanderung durch den Islam umfasst, ein „Meinungsdiktat“ behauptet und eine nationale Rückbesinnung gegen die EU fordert. Der Studie zufolge teilen 84 Prozent der AfD-Wähler solche Meinungen. Die Studie trägt den Titel „Gespaltene Mitte“ und wurde am Montag in Berlin vorgestellt.

Positiver als unterstellt ist dagegen die Einstellung der Deutschen zur Flüchtlingsaufnahme. Mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) findet die Aufnahme „gut“, weitere 24 Prozent „teils-teils“ gut. Nur 20 Prozent finden es „eher nicht“ oder „überhaupt nicht“ gut, dass Deutschland viele Flüchtlinge aufgenommen hat.

Forscher warnt vor Spaltung der Gesellschaft

Weit verbreitet sind laut Studie muslimfeindliche Einstellungen (19 Prozent), die Hälfte der Befragten äußerte zudem Vorurteile gegenüber asylsuchenden Menschen. Fast genauso viele hatten Vorbehalte gegenüber Langzeitarbeitslosen (49 Prozent). Signifikante Abweichungen fielen den Forschern zwischen ost- und westdeutschen Befragten auf: Vorurteile, Fremden- und Muslimfeindlichkeit waren im Osten wesentlich stärker ausgeprägt.

Der Bielefelder Konfliktforscher und Studienleiter Andreas Zick sagte, das Wort Spaltung beschreibe den Zustand der Gesellschaft derzeit am treffendsten. Er warnte vor einer zunehmenden Polarisierung und auch Radikalisierung.

Die sogenannten Mitte-Studien werden seit 2006 im Zwei-Jahres-Rhythmus im Auftrag der SPD-nahen Stiftung erstellt. Untersucht wird dabei, wie rechtsextreme oder gruppenfeindliche Ansichten in der Mitte der Bevölkerung vertreten sind. Für die aktuelle Untersuchung wurden zwischen Anfang Juni und August dieses Jahres 1.896 repräsentativ ausgewählte Personen ab 16 Jahren befragt.

Von epd/afp/RND

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