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Die EU lässt sich aus Sicht von Kremlchef Putin in politischen Entscheidungen viel zu sehr von den USA beeinflussen.

Die EU lässt sich aus Sicht von Kremlchef Putin in politischen Entscheidungen viel zu sehr von den USA beeinflussen. © Martin Schutt

Konflikte

Putin: Nähe von EU und USA "seltsam"

Die Europäische Union lässt sich aus Sicht von Kremlchef Wladimir Putin in politischen Entscheidungen viel zu sehr von den USA beeinflussen. Auf die Frage, ob in Europa ein neuer Krieg möglich sei, antwortete der Präsident im Interview des Schweizer Fernsehsenders SRF: "Ich hoffe nicht (.

Zürich/Moskau. (...) Aber wir wünschen uns ein Europa, das seine Unabhängigkeit und Souveränität stärker zeigt."

Für Russland sei die enge Abstimmung zwischen den Vereinigten Staaten und der EU teils irritierend und lästig. "Wenn wir, um mit unseren europäischen Partnern über interne Angelegenheiten zu diskutieren, nach Washington reisen müssen, ist das ein bisschen seltsam", sagte er im Gespräch, dessen Inhalt der Kreml am Dienstag veröffentlichte.

Kritik an neuen russischen Rüstungsprogrammen wies Putin mit Nachdruck zurück. Die USA hätten den ABM-Vertrag zur Begrenzung von Raketenabwehrsystemen einseitig gekündigt. "Dieser Vertrag stellte den Eckpfeiler des internationalen Sicherheitssystems dar. Als die USA begannen, ihr eigenes Raketenabwehrsystem aufzubauen, haben wir klar gemacht, dass wir als Antwort Maßnahmen treffen werden müssen – mit dem Ziel, das strategische Gleichgewicht der Kräfte zu wahren." Von einer Bedrohung durch Russland würden nur "unlautere Menschen reden - oder jene, die die Lage nicht verstanden haben", sagte er.

Putin gab den USA auch die Hauptschuld am verstärkten Zuzug von Flüchtlingen. "Europa ist mit dem Massenzustrom von Migranten konfrontiert, aber die Entscheidungen, die dazu geführt haben, kamen von Übersee", sagte der russische Präsident. Er wolle die USA aber nicht "dämonisieren". Russland strebe einen gleichberechtigten Dialog an, um etwa Konflikte wie die Ukraine-Krise zu lösen. Als Vorbild nannte der Kremlchef die Zusammenarbeit beim iranischen Atomprogramm.

dpa


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