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Das von einem Brand teilweise zerstörtes illegales Flüchtlingscamp im französischen Calais. Lastwagenfahrer und Landwirte fordern seit langem die Räumung des wilden Flüchtlingscamps.

Das von einem Brand teilweise zerstörtes illegales Flüchtlingscamp im französischen Calais. Lastwagenfahrer und Landwirte fordern seit langem die Räumung des wilden Flüchtlingscamps. © Thibault Vandermersch

Migration

Proteste gegen Flüchtlingscamp in Calais

Frankreich bekommt die Flüchtlingssituation in Calais nicht in den Griff. Mehr Menschen denn je kampieren in dem Behelfslager am Ärmelkanal. In der Region wächst der Unmut.

Calais. Mit Blockaden auf der Autobahn haben französische Lastwagenfahrer eine rasche Räumung des Flüchtlingslagers von Calais gefordert. "Wir wollen ein Datum", sagte ein Demonstrant dem Sender BFMTV. Nach Angaben der Präfektur kam es zu kilometerlangen Staus.

In dem am Ärmelkanal gelegenen Calais sammeln sich seit Jahren Migranten, die illegal nach Großbritannien gelangen wollen. Immer wieder versuchen sie, etwa mit querliegenden Baumstämmen den Verkehr zu stoppen, um an Bord von Lastwagen zu klettern, die auf dem Weg nach England sind.

Auch Landwirte und Händler beteiligten sich an den Protesten, am Morgen formten etwa 350 Demonstranten eine Menschenkette. "Wir wollen, dass die öffentliche Ordnung hier wiederhergestellt wird, indem der nördliche Teil des Lagers geräumt wird", sagte Bürgermeisterin Natacha Bouchart.

Die Zahl der Menschen in der Zelt- und Hüttensiedlung auf einem Brachland in der Nähe des Hafens war zuletzt deutlich gestiegen, obwohl die Behörden im Frühjahr den südlichen Teil geräumt hatten. Die Behörden sprechen von 6900, Hilfsorganisationen sogar von mehr als 9000 Migranten. Für bis zu 1900 Menschen gibt es vom Staat finanzierte Container, der Rest lebt in Behelfsunterkünften.

"Die Situation hier ist ein echtes Pulverfass", sagte der Landwirt Xavier Foissey dem Sender franceinfo. "Wenn die Behörden nichts tun, droht ein Drama." Ein Taxifahrer erzählte, die Migranten nähmen enorme Risiken auf sich, "und bringen uns damit auch in Gefahr".

Innenminister Bernard Cazeneuve hatte am Freitag angekündigt, dass das als "Dschungel von Calais" bekannte Lager letztlich aufgelöst werden soll. Er sagte aber nicht wann.

Das Thema hat auch Brisanz für den anstehenden Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich. Der konservativer Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy forderte am Montag ein "geschlossenes Zentrum" auf britischem Boden, um Asylanträge dort zu bearbeiten. Zwischenstaatliche Verträge sehen vor, dass die britische Grenze bereits in Calais kontrolliert wird - dies sorgt immer wieder für Kritik, vor allem von französischen Oppositionspolitikern. Sarkozy will im kommenden Jahr erneut für den Élysée-Palast kandidieren.

dpa


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