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Anhänger der Allianz Junts pel Sí feiern in Barcelona. Foto: Andreu Dalmau

Anhänger der Allianz Junts pel Sí feiern in Barcelona. Foto: Andreu Dalmau

Wahlen

Prognose: Separatisten stärkste Kraft in Katalonien

Die Wahl in Katalonien sollte die Weichen zu einer Abspaltung der Region von Spanien stellen. So hatte es sich der katalanische Regierungschef Artur Mas vorgestellt. Erste Prognosen lassen es aber ziemlich unklar, ob die Separatisten ihr Ziel erreichten.

Barcelona. Die Separatisten sind aus der als historisch eingestuften Wahl in Katalonien offensichtlich als stärkste Kraft hervorgegangen. Nach einer Prognose des Senders TV3 verfehlten sie aber die absolute Mehrheit im Parlament der nordostspanischen Region.

Der katalanische Ministerpräsident Artur Mas hatte die vorgezogene Wahl als ein "Plebiszit" über eine Abspaltung der Region von Spanien angesetzt. Er hatte angekündigt, Katalonien in 18 Monaten zur Unabhängigkeit zu führen, wenn seine separatistische Allianz Junts pel Sí (Gemeinsam fürs Ja) die absolute Mehrheit von 68 Sitzen erreicht.

Nach der Prognose des katalanischen TV-Senders gewann das Bündnis aber nur 63 bis 66 der insgesamt 135 Mandate. Danach könnte die weit links stehende Partei CUP (Kandidatur der Volkseinheit) eine Schlüsselrolle einnehmen. Sie tritt ebenfalls für eine Abspaltung Kataloniens von Spanien ein und könnte den Separatisten doch noch zu einer absoluten Mehrheit verhelfen, aber sie lehnt eine Bestätigung des Liberalen Mas im Amt des Regierungschefs strikt ab.

Die konservative Madrider Zentralregierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte wiederholt angekündigt, eine Abspaltung Kataloniens unter keinen Umständen zuzulassen. Sie verwies auf die in der Verfassung festgeschriebene Einheit der Nation. Madrid hatte bereits im November 2014 ein Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien mit einer Klage vor dem Verfassungsgericht verhindert.

Dem separatischen Wahlbündnis gehören die katalanische Regierungspartei CDC (Demokratische Konvergenz) von Mas, die Linksrepublikaner und Bürgerinitiativen an. Auf ihrer Kandidatenliste stand auch der Trainer des deutschen Fußballmeisters FC Bayern München, Pep Guardiola.

Nach der Prognose von TV3 wird die liberale, prospanische Partei Ciutadans (Bürger) mit 19 bis 21 Sitzen die zweitstärkste Kraft. Die ebenfalls prospanischen Sozialisten (PSC) errangen danach 14 bis 16 Sitze. Rajoys Volkspartei (PP), die in Katalonien traditionell keine bedeutende Rolle spielt, kam auf 9 bis 11 Mandate. 

Mehr als 5,5 Millionen Stimmberechtigte waren zur Stimmabgabe aufgerufen. Aufgrund der Bedeutung der Abstimmung war die Wahlbeteiligung deutlich höher als bei früheren Wahlen. Im Dezember finden in ganz Spanien Parlamentswahlen statt.

dpa


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