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In Istanbul setzte die Polizei Tränengas und Wasserwerfer gegen Demonstranten ein, die sich zum Gedenken an Elci versammelten. Foto: Cem Turkel

In Istanbul setzte die Polizei Tränengas und Wasserwerfer gegen Demonstranten ein, die sich zum Gedenken an Elci versammelten. Foto: Cem Turkel

Konflikte

Pro-kurdischer Menschenrechtsanwalt in Türkei erschossen

Der Menschenrechtsanwalt Tahir Elci war ein bekannter Aktivist. Nun wurde er unter unklaren Umständen im südosttürkischen Diyarbakir erschossen. Noch kurz vor seinem Tod warb er für Frieden.

Istanbul. Der prominente pro-kurdische Menschenrechtsanwalt und Chef der Anwaltskammer Diyarbakir, Tahir Elci, ist in der südosttürkischen Kurdenmetropole erschossen worden.

Der Anwalt und ein Polizist seien während einer Schießerei im Viertel Sur tödlich getroffen worden, erklärte der türkische Innenminister Efkan Ala am Samstag vor Journalisten in Ankara. Nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA erlag später ein zweiter Polizist seinen Verletzungen.

Von welcher Seite die tödlichen Schüsse abgefeuert wurden, blieb zunächst unklar. Die Anwaltskammer sprach von einem Anschlag. Auch der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu schloss ein Attentat nicht aus. Der Vorfall werde aufgeklärt, versprach Davutoglu. 

Wie auf Fernsehbildern zu sehen war, warb Elci kurz vor seinem Tod vor Journalisten für Frieden in der Region: "Wir sagen, der Krieg, die Kämpfe, die Waffen, die Einsätze sollen fernbleiben von hier", sagte er. Auf weiteren Fernsehbildern sind Schüsse zu hören und zu sehen, wie sich Elci und Journalisten wegducken. 

Im Viertel Sur in Diyarbakir kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK und Sicherheitskräften. Elci hatte für seine Erklärung einen symbolträchtigen Ort ausgewählt. Er sprach in der Altstadt vor einer bekannten Moschee, deren Minarett von Gefechten schwer beschädigt worden war. 

Die Anwaltskammer in Diyarbakir teilte über Twitter mit, Elci sei Opfer eines Attentats geworden. Details nannte die Kammer nicht. Davutoglu sagte, es gebe nach ersten Erkenntnissen zwei Möglichkeiten. Entweder sei der Angriff auf Elci ein geplantes Attentat gewesen oder er sei zwischen Gefechte von "Terroristen" und Polizisten geraten. 

Am Samstag gab es nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA wieder Kämpfe in Diyarbakir. Die Behörden erließen eine Ausgangssperre. In Istanbul setzte die Polizei am Abend Tränengas und Wasserwerfer gegen Demonstranten ein, die sich zum Gedenken an Elci auf der zentralen Einkaufsstraße Istiklal versammelten, wie DHA berichtete. 

Der 49-jährige Elci war ein bekannter prokurdischer Menschenrechtsanwalt. Im Oktober war er vorübergehend unter dem Vorwurf der Propaganda für die PKK festgenommen worden. Grund war ein Fernsehauftritt, bei dem er sagte, die PKK sei keine Terrororganisation.

dpa


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