Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Präsident entschuldigt sich für Srebrenica-Massaker
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Präsident entschuldigt sich für Srebrenica-Massaker
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:46 25.04.2013
Forensiker exhumieren Leichen, vermutlich Opfer des Massakers von Srebrenica, aus einem Massengrab im Dorf Kamenica in Bosnien. Quelle: Fehim/Demir/Archiv
Anzeige
Belgrad

"Ich knie nieder, ich bitte um Verzeihung für Serbien wegen des Verbrechens in Srebrenica. Ich entschuldige mich für alle Verbrechen, die im Namen unseres Staates und unseres Volkes begangen wurden", sagte Nikolic in einem am Interview des bosnischen Fernsehsenders BHRT, von dem am Donnerstag Auszüge veröffentlicht wurden. Dennoch müsse der Vorwurf des Völkermordes "erst bewiesen werden".

 Am 11. Juli 1995 war die damalige UN-Schutzzone Srebrenica von bosnisch-serbischen Einheiten überrannt worden. Etwa 8000 muslimische Jungen und Männer wurden ermordet. Vor einem Jahr hatte Nikolic die internationale Gemeinschaft gegen sich aufgebracht mit der Bemerkung, das Massaker sei kein Völkermord gewesen.

 Auf die Frage, ob die Massentötungen und die Verschleppung von Frauen, Kindern und Alten nicht die Kennzeichen eines Völkermords seien, entgegnete Nikolic: "Alles, was im ehemaligen Jugoslawien geschehen ist, hatte die Kennzeichen eines Völkermords."

 Der Internationale Gerichtshof in Den Haag hatte im Jahr 2007 entschieden, dass die Verbrechen der bosnisch-serbischen Einheiten Völkermord waren, hatte Serbien allerdings nicht dafür verantwortlich gemacht. Nikolic, der ursprünglich aus dem ultranationalistischen Lager stammt, hatte den Vorwurf den Völkermords wiederholt zurückgewiesen und das Gericht scharf kritisiert.

 Belgrad, das die Serben in Kroatien und Bosnien unterstützt hatte, hat jahrelang jede Verantwortung für Kriegsverbrechen in den beiden Nachbarländern abgestritten. Erst 2010 entschuldigte sich das Parlament Serbiens für das Massaker in Srebrenica. Allerdings vermieden auch die Abgeordneten in Belgrad in ihrer Erklärung das Wort "Völkermord".

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige