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Nach dem verheerenden Anschlag von Ankara mit fast 100 Toten hat die türkische Regierung den Polizeichef der Hauptstadt seines Amtes enthoben.

Nach dem verheerenden Anschlag von Ankara mit fast 100 Toten hat die türkische Regierung den Polizeichef der Hauptstadt seines Amtes enthoben. © str

Konflikte

Polizeichef von Ankara nach Anschlag suspendiert

Nach dem Anschlag in Ankara müssen hochrangige Polizisten gehen. Präsident Erdogan schließt Sicherheitsmängel nicht mehr aus. Die Aufklärung selbst verläuft schleppend.

Istanbul (dpa) - Vier Tage nach dem verheerenden Anschlag in Ankara mit fast 100 Toten hat die türkische Regierung den Polizeichef der Hauptstadt seines Amtes enthoben.

Auch die Leiter der Sicherheits- und der Geheimdienstabteilung der Polizei in Ankara seien suspendiert worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Damit solle eine umfassende Ermittlung des schwersten Anschlags in der Geschichte der Türkei ermöglicht werden.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kündigte zudem eine gesonderte Untersuchung durch den ihm unterstellten Staatskontrollrat an. Bei dem Doppelanschlag am Samstag waren nach Regierungsangaben mindestens 97 Menschen ums Leben gekommen.

Erdogan sagte: "Es hat wohl bestimmt irgendwo einen Fehler, ein Versäumnis gegeben." Das Ausmaß werde sich nach den Untersuchungen herausstellen. Rücktrittsforderungen an Minister wegen der Bluttat wies er jedoch zurück.

Der Chef der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP, Selahattin Demirtas, machte eine "Clique im Staat" für den Anschlag verantwortlich.

Zu dem Attentat bekannte sich niemand. Die türkische Zeitung "Hürriyet" berichtete, zwei der Selbstmordattentäter seien inzwischen identifiziert worden. Zumindest einer soll demnach Verbindungen zur Terrormiliz IS haben. Es handele sich dabei um den aus Adiyaman stammenden Bruder des Attentäters von Suruc.

Im südtürkischen Suruc hatte ein Selbstmordattentäter Ende Juni 33 Menschen mit in den Tod gerissen. Die Regierung machte den IS für den Anschlag verantwortlich, der sich jedoch nie dazu bekannte. Von offizieller Seite wurde die Identifizierung der Täter zunächst nicht bestätigt.

Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte, dass sowohl der IS als auch die verbotene Arbeiterpartei PKK bei dem Anschlag eine "aktive Rolle" gespielt haben könnten. Die beiden Gruppen sind verfeindet. Ein Ableger der PKK kämpft im Bürgerkriegsland Syrien gegen den IS.

Unterdessen ging die türkische Armee weiter gegen die PKK vor. Wie die Streitkräfte am Mittwoch mitteilten, wurden in der Provinz Hakkari neun PKK-Kämpfer getötet. Ein weiterer PKK-Kämpfer sei in der Nachbarprovinz Sirnak tot aufgefunden worden.

Die PKK hatte am Samstag erklärt, bis zu den Neuwahlen am 1. November auf Angriffe auf den türkischen Staat zu verzichten. Die türkische Führung dagegen hatte weitere Operationen gegen die PKK angekündigt.

dpa


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