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Im Juli 2016 hatten Polizisten in Hildesheim Wohnungen und Räume einer Moschee durchsucht.

Im Juli 2016 hatten Polizisten in Hildesheim Wohnungen und Räume einer Moschee durchsucht.
 © dpa

Festnahmen in Niedersachsen und NRW

Polizei verhaftet „Nummer 1 des IS in Deutschland“

In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sind fünf IS-Verdächtige festgenommen worden. Unter den mutmaßlichen Terroristen soll ein gebürtiger Iraker sein, der als zentrale Figur der islamistischen Szene in Deutschland gilt.

Hildesheim/Bad Salzdetfurth.  Der Bundesanwaltschaft ist ein Schlag gegen die Islamisten-Szene in Deutschland gelungen. In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sind am frühen Dienstagmorgen fünf IS-Verdächtige verhaftet worden, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte.

Damit bestätigt die Behörde entsprechende Berichte von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“. Den Festgenommenen wird demnach die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Unter ihnen befinde sich ein 32-jähriger Iraker namens „Abu Walaa“, der von den Behörden seit Jahren als zentrale Figur der deutschen Islamisten eingestuft werde. „Das ist der Schlimmste,“ zitierten die Medien Sicherheitskreise.

Durchsuchungen in Hildesheim und Bad Salzdetfurth

Der Iraker und vier weitere Männer wurden in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen am frühen Morgen verhaftet.

In Niedersachsen erfolgte der Zugriff laut unter anderem in Hildesheim und Bad Salzdetfurth. Mehrere Dutzend Polizisten waren laut „Hildesheimer Allgemeine Zeitung“ am Dienstagmorgen mit mindestens zehn Kleinbussen in der Nordstadt, an der Steingrube und in Bad Salzdetfurth angerückt und durchsuchten offenbar mehrere Wohnungen. Der Prediger „Abu Walaa“ soll einen seiner Wohnsitze in Bad Salzdetfurth haben. Die Männer stehen demnach im Verdacht, Freiwillige für den „Islamischen Staat“ rekrutiert zu haben.

Die Bundesanwaltschaft habe seit Herbst 2015 gegen den Iraker und mutmaßliche Helfer ermittelt. Sie sollen vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen junge Muslime für den sogenannten „Heiligen Krieg“, den Dschihad, angeworben und bei der Ausreise logistisch und finanziell unterstützt haben.

Erst im August sei es zu Durchsuchungen gekommen. Unter den durchsuchten Objekten sei eine Moschee in der Hildesheimer Nordstadt gewesen, die als bundesweit bedeutender Treffpunkt der salafistischen Szene gilt. Sicherheitsbehörden hätten schon länger beobachtet, dass es im zeitlichen Umfeld zu Islamseminaren des Predigers in der Hildesheimer Moschee zu Ausreisen in Richtung Syrien gekommen war.

Zwei Festnahmen im Ruhgebiet

Im Ruhrgebiet nahm die Polizei nach den Medien-Angaben zudem zwei weitere Prediger fest, die ebenfalls Teil des salafistischen Netzwerks um den Iraker sein sollen. Die Männer sollen bei Predigten in Wohnungen für den IS geworben und zur Ausreise in den Dschihad aufgerufen haben. Auch ihnen wird die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung zur Last gelegt.

Die Aussagen eines IS-Rückkehrers hatten laut Rechercheverbund von NDR, WDR und SZ maßgeblichen Anteil an den aktuellen Festnahmen. Der 22-Jährige war nach einem mehrmonatigen Aufenthalt im IS-Gebiet in Syrien in die Türkei geflohen und hat sich nach eigenen Aussagen von der Terrormiliz losgesagt. Bevor er Ende September nach Deutschland zurückgekehrt sei, habe der Mann in der Türkei ein Interview gegeben, in dem er den Iraker „Abu Walaa“ schwer belastet und als „die Nummer 1 des IS in Deutschland“ bezeichnet habe. Die Beschuldigten hätten - soweit sie sich in der Vergangenheit dazu geäußert hätten - eine Verbindung zum Terrorismus verneint.

Von afp/dpa/RND/zys

Hildesheim

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