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Die Polizei will die Sicherheit für Badegäste erhöhen.

Die Polizei will die Sicherheit für Badegäste erhöhen. © Jan-Philipp Strobel/Illustration

Kriminalität

Polizei und Bäder: Im Streit um Übergriffe nicht übertreiben

Düsseldorfs Schwimmbäder als Gefahrenzone? Eine steigende Zahl sexueller Belästigungen zwischen Sprungturm, Umkleide und Liegewiese? Ein internes Papier der Düsseldorfer Polizei lässt das vermuten. Zahlen und Erfahrungen der Beamten belegen das aber keineswegs.

Düsseldorf. In der Debatte um mutmaßliche Übergriffe in Düsseldorfer Schwimmbädern haben Betreiber und Polizei vor einer Dramatisierung gewarnt. Die meisten Anzeigen zu Belästigungen oder ähnlichen Vorfällen stellten sich im Nachhinein anders dar.

"Außerdem können wir überhaupt nicht bestätigen, dass es irgendeinen Zusammenhang mit Flüchtlingen gibt", sagte Roland Kettler, Geschäftsführer der Düsseldorfer Bädergesellschaft.

Während die Polizeigewerkschaft mehr Sicherheitspersonal in den Schwimmbädern forderte, rief das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) dazu auf, Migranten besser aufzuklären, was erlaubt sei und was nicht.

Zuvor war bekannt geworden, dass die Düsseldorfer Polizei die Beweissicherung mit Verhaltenstipps für ihre Streifenbeamten verbessern will. Vor allem solle die Identität von Verdächtigen genauer erfasst werden. In einem internen Papier hatte die Polizei von einer stark steigenden Zahl von Übergriffen vor allem durch grapschende Gruppen berichtet.

In Nordrhein-Westfalen hat die Polizei seit Jahresanfang 103 Strafanzeigen wegen Sexualdelikten in Badeanstalten aufgenommen. In 44 Fällen waren die Beschuldigten Zuwanderer, wie das LZPD der "Rheinischen Post" mitteilte.

Zwar sei der Anteil der Anzeigen gegen Zuwanderer überproportional, sagte LZPD-Sprecher Jan Schabacker auch der dpa. "Aber die absolute Zahl der Übergriffe ist nicht geeignet zu dramatisieren, selbst wenn jeder einzelne Fall einer zu viel ist." Viele Anzeigen würden zurückgezogen, oft stelle sich ein Verdacht in der Realität auch anders da. "Ein Übergriff kann zudem so ziemlich alles sein, da gehört schon das Zeigen eines Mittelfingers oder eine Beleidigung dazu, die eher wie ein Dummejungenstreich wirkt."

In Düsseldorf seien bei zwei Millionen Badegästen im Jahr seit Januar sieben Fälle gezählt worden, sagte Bäder-Geschäftsführer Kettler. Dazu zähle eine Anzeige gegen drei Männer, die aus Versehen in die Damendusche spaziert waren. "Es stellte sich heraus, dass es in ihrer Flüchtlingsunterkunft keine getrennten Duschen gibt, sie wussten es schlicht nicht besser."

Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen kann ebenfalls keine gestiegene Zahl von Übergriffen erkennen. "Uns sind bundesweit keine erhöhten Zahlen von sexueller Belästigung in Schwimmbädern bekannt", sagte Sprecher Joachim Heuser der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".

dpa


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