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Handschlag in Washington: Der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez (l) und sein amerikanischer Amtskollege John Kerry.

Handschlag in Washington: Der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez (l) und sein amerikanischer Amtskollege John Kerry. © Michael Reynolds

International

Politische Isolation beendet: Kubas Flagge weht in Washington

Mehr als fünf Jahrzehnten nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen haben die USA und Kuba eine neue Ära eingeläutet und wieder Botschaften eröffnet. Die Kubaner hissten in Washington bei einer Feier mit Außenminister Bruno Rodríguez die rot-weiß-blaue Flagge.

Washington/Havanna. Sie hatte seit dem Ende der Kontakte während des Kalten Krieges nicht mehr vor der Vertretung geweht. In Havanna öffnete die US-Botschaft ohne festliche Zeremonie. US-Außenminister John Kerry kündigte nach Gesprächen mit Rodríguez an, er werde die US-Flagge am 14. August bei einer Feier in Havanna hissen.

Vor der Presse sprach Kerry, der mehrmals vom Englischen ins Spanische wechselte, von einem "historischen Tag". Es sei der erste Besuch eines kubanischen Außenministers in Washington seit 1958. Trotz der Fortschritte gebe es viele offene Fragen. Rodríguez forderte erneut die Aufhebung eines US-Handelsembargos und die Übergabe der US-Militärbasis Guantanamo Bay an sein Land.

Mehrere hundert Journalisten und Schaulustige verfolgten vor der kubanischen Botschaft in der US-Hauptstadt die Eröffnungsfeier. Kritiker der sozialistischen Regierung forderten die Freilassung politischer Gefangener in Kuba, wo die USA ihren Stützpunkt in Guantánamo mit einem Gefangenenlager unterhalten. "Ja zu Kuba, nein zu Castro", riefen einige vor der Botschaft. Das Thema Menschenrechtsverletzungen auf Kuba gehört zu den Knackpunkten, die weiter zwischen Havanna und Washington stehen.

US-Präsident Barack Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro hatten die Absicht zum Neustart der früheren Erzfeinde vor sieben Monaten angekündigt. Ein Handelsembargo der USA gegen die Karibikinsel besteht in wesentlichen Teilen fort.

Im Jahr 1961, auf einem Höhepunkt des Kalten Krieges zwischen Ost und West, waren die Beziehungen abgebrochen worden. Die politische Funkstille war Teil einer Reihe von Maßnahmen, mit denen die Weltmacht USA den armen Nachbarstaat zu einer anderen Politik und zu mehr Demokratie und Meinungsfreiheit zwingen wollte. Das Wirtschaftsembargo gegen das lange von Revolutionsführer Fidel Castro (88) dominierte Land wurde mehrfach verschärft, zuletzt aber leicht entschärft. Außerdem ist zum Beispiel das Reisen eingeschränkt.

Obama hatte im Vorfeld der Botschaftsöffnung den Kongress - das US-Parlament - aufgerufen, das Embargo ganz aufzuheben. Aber aus den Reihen der Republikaner und einflussreicher Exil-Kubaner in den USA wurde Obama heftig kritisiert. Sie kündigten auch jetzt Widerstand gegen weitere Schritte an. Zu den schärfsten Gegnern des neuen Kurses gehört der US-Senator Marco Rubio aus Florida, der für die Republikaner in den nächsten Präsidentschaftswahlkampf ziehen möchte.

Bisher gab es in beiden Hauptstädten statt Botschaften nur sogenannte Interessenvertretungen unter dem Mandat der Schweiz. Diese Büros wurden jetzt aufgewertet; die Gebäude bleiben dieselben. "Es wird mir eine Ehre sein, die amerikanische Flagge an unserer Botschaft in Havanna zum ersten Mal seit 56 Jahren zu hissen", schrieb Kerry am Montag auf Twitter.

Die USA nahmen mit einer Delegation an der kubanischen Feier teil, aber ohne Minister. In Havanna schwenkten am Montag nur einige Mitarbeiter und Schaulustige US-Fähnchen vor dem mehrstöckigen Botschaftsgebäude an der Uferpromenade Malecón. Botschafter wurden vorab noch nicht ernannt.

dpa


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