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Deutschland/Welt Pentagon bestätigt: Iran schoss auf US-Drohne
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Pentagon bestätigt: Iran schoss auf US-Drohne
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18:45 09.11.2012
Eine ferngesteuerte Predator-Drohne der US-Air Force. Quelle: U.S. Air Force/Staff Sgt. Brian Ferguson
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Washington

Demnach ereignete sich der Vorfall bereits am 1. November über internationalen Gewässern ungefähr 30 Kilometer von der iranischen Küste entfernt. Die Drohne sei nicht getroffen worden und sicher zu ihrem Stützpunkt zurückgekehrt, sagte der Sprecher des Verteidigungsministerium, George Little.

Der Iran widersprach dieser Darstellung. Es sei auf eine "unbekannte" Maschine gefeuert worden, die in den iranischen Luftraum eingedrungen sei, schrieb die iranische Nachrichtenagentur Fars am Freitag. "Dank der Wachsamkeit und Entschlossenheit der iranischen Kräfte war das Flugzeug gezwungen zu fliehen", wurde Verteidigungsminister Ahmad Vahidi zitiert. Der Iran nutze alle möglichen Kanäle, darunter internationale Organisationen, um der Invasion nachzugehen.

Sowohl die US-Regierung als auch der Iran hatten sich bisher über den Vorfall ausgeschwiegen. Er war am Donnerstag erstmals durch US-Medienberichte bekanntgeworden. Von Journalisten gefragt, warum das Pentagon den Beschuss fünf Tage vor der US-Präsidentenwahl nicht selbst publik gemacht habe, antwortete der Sprecher: "Wir äußern uns normalerweise nicht über geheime Aufklärungsmissionen."

Little sprach vor Journalisten zunächst von lediglich einem beteiligten iranischen Jet, korrigierte die Angaben dann später aber per E-Mail auf zwei Flugzeuge. Die USA gingen von der Annahme aus, dass es Ziel gewesen sei, die Maschine zum Absturz zu bringen, sagte der Sprecher. Sie sei mindestens zweimal beschossen worden und dann auf ihrem Rückflug noch einige Kilometer lang verfolgt worden.

Die USA hätten dem Iran gegenüber ihre Besorgnis über den Vorfall zum Ausdruck gebracht, sagte der Sprecher weiter. Sie hätten auch klar gemacht, dass sie ihre Beobachtungsflüge über internationalen Gewässern fortsetzen würden. Das diene der Sicherheit.

Little sprach von einem bisher einmaligen Vorfall. Fragen von Journalisten, ob es sich um einen "Kriegsakt" handele, wich der Sprecher aus. Er sagte lediglich: "Die USA haben eine weite Bandbreite an Optionen, diplomatisch und militärisch, um unsere militärische Ausrüstung und unsere Streitkräfte in der Region zu schützen. Und wir werden es tun, wenn es notwendig ist."

Der Fall weckt Erinnerungen an die Drohnenkrise Ende 2011. Am 4. Dezember 2011 war eine "Predator" fast unbeschädigt den Iranern in die Hände gefallen. Teheran sprach zunächst von Abschuss und erklärte später, das unbemannte Flugzeug mit elektronischen Befehlen abgefangen zu haben. Die USA behaupteten, die Drohne sei bei einem Afghanistan-Einsatz außer Kontrolle geraten und nahe der Grenze abgestürzt. Dem Iran zufolge ging sie bei Kaschmar ungefähr 200 Kilometer von der afghanischen Grenze entfernt nieder.

Die MQ-1 "Predator" kann einen ganzen Tag in der Luft bleiben. Sie verfügt über Kameras für Tageslicht, Infrarotkameras für Schlechtwetter- und Nachtsicht sowie ein spezielles Radar, mit dem sehr feine, nahe beieinanderliegende Details eines Objekts getrennt und deutlich unterscheidbar abgebildet werden können.

Die USA haben unterdessen am Donnerstag neue Strafmaßnahmen gegen den Iran wegen Zensur verhängt. Sie werfen dem Regime in Teheran unter anderem vor, den Zugang ihrer Bürger zum Internet und zu internationalen Fernsehsendungen drastisch zu behindern.

Wie das US-Finanzministerium mitteilte, richten sich die Sanktionen namentlich gegen das iranische Kulturministerium, das verantwortlich für die Inhaftierung von Journalisten und die Schließung von Zeitungen sei, und gegen den Minister für Informationstechnologie, Reza Taghipour. Betroffen seien außerdem andere Offizielle, "die an den andauernden Versuchen ... beteiligt sind, das iranische Volk zu unterdrücken und mundtot zu machen".

Laut den Sanktionen werden etwaige Vermögenswerte der betroffenen Einzelpersonen oder Firmen in den USA eingefroren. US-Bürger und Firmen dürfen zudem keine Geschäfte mit ihnen betreiben.

dpa

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