Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Parteienforscher Lösche: Linke bald ganz normal
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Parteienforscher Lösche: Linke bald ganz normal
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:39 24.01.2010
Peter Lösche
Anzeige

VON PETRA RÜCKERL
Was bedeutet Lafontaines Abgang für die Linke?
Er ist natürlich ein Verlust, weil Lafontaine mit Gregor Gysi zusammen die Integrationsfigur war. Nicht nur zwischen Ost und West, sondern auch zwischen den verschiedenen Grüppchen, Plattformen, Arbeitsgemeinschaften, Trotzkisten, alten DKP-Leuten. Nach außen bedeutet der Abgang aber auch, dass sich die Verhärtungen zwischen SPD und Linkspartei aufweichen, die Wunden, die noch nicht verheilt waren, schließen können.

Wird die Linke also für die SPD hoffähig?
Sie ist es in einigen der neuen Bundesländern bereits und das könnte – je nach Landesverband – auch in den alten Bundesländern passieren.

Junge Pragmatiker von SPD, Linken und Grünen suchen bereits nach Überschneidungen. Sind die zukunftsfähig?
Ich denke schon. Das ist der Versuch zu gucken, ob die alten Lager – rechts und links – noch etwas hergeben. Und die jungen Leute haben bereits einen programmatischen Anspruch.

Der Fall des als Bundesgeschäftsführer gestürzten Dietmar Bartsch offenbart auch die Zerrissenheit der Linken. ...
Bei diesen Personalquerelen ist es schwer herauszufinden, welche Fraktionierungen, welche Gruppierungen dahinterstecken. In der Summe werden sich aber die Pragmatiker, im Osten sowieso, aber auch im Westen durchsetzen.

Die Tage der Sarah Wagenknechts sind gezählt?
Ja. Wobei Wagenknecht Repräsentantin einer Plattform ist. Sie ist eigentlich innerhalb der Partei ohne großen Einfluss.

Steht die Partei also nicht vor einer Zerreißprobe?
Ich nehme an, dass das so ähnlich ablaufen wird wie einst bei den Grünen. Dass so allmählich bestimmte Flügelgruppierungen entweder selbst gehen oder ausgeschlossen werden. Bei den Grünen wurden in den 80er Jahren eher die Konservativen herausgedrängt und in den 90ern dann die Linken wie Jutta Dithfurth. Bei der Linkspartei geht es jetzt darum, eigentlich nur eine Gruppe herauszudrängen: die, die nichtregierungsfähig ist.

Also wird die Linke in zehn Jahren eine ganz normale Partei sein?
Ja. Dann werden wir wohl von einer Linken sprechen, die wie in anderen Ländern mit den Sozialdemokraten Koalitionen eingeht.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die US-Regierung dringt darauf, dass Sicherheitskräften der US-Sicherheitsfirma Blackwater wegen eines Massakers an Irakern im September 2007 der Prozess gemacht wird.

24.01.2010

Über die Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke ist ein erbitterter Streit ausgebrochen. Obwohl die Reststrommengen für mehrere Anlagen nahezu aufgebraucht sind, will die Bundesregierung offenbar alle 17 Kernkraftwerke zunächst weiterlaufen lassen.

24.01.2010

Angesichts der Finanznöte der gesetzlichen Krankenkassen will Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) noch in diesem Jahr Maßnahmen zur Kostensenkung auf den Weg bringen.

24.01.2010
Anzeige