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Kanadas Premierminister Stephen Harper kämpft um eine Wiederwahl.

Kanadas Premierminister Stephen Harper kämpft um eine Wiederwahl. © Cole Burston

Regierung

Parlamentswahlen in Kanada begonnen

Seit fast zehn Jahren regiert der konservative Stephen Harper Kanada, jetzt kämpft er um eine erneute Wiederwahl. Doch die schwächelnde Wirtschaft und die harte Haltung in der Flüchtlingskrise haben ihm Kritik eingebracht - und einem Rivalen Aufschwung gegeben.

Ottawa. In Kanada haben die Parlamentswahlen begonnen. Rund 25 Millionen Menschen in dem flächenmäßig zweitgrößten Land der Welt sind in sechs Zeitzonen zwischen Halifax und Vancouver aufgefordert, ihre Stimme abzugeben. Der seit 2006 regierende konservative Premierminister Stephen Harper kämpft um seine dritte Wiederwahl, lag in den Meinungsumfragen zuletzt allerdings nur an zweiter Stelle. Vor allem die aufgrund gesunkener Öl- und Gaspreise schwächelnde Wirtschaft und seine harte Haltung in der Flüchtlingskrise haben Harper viel Kritik eingebracht.

Auf den ersten Rang konnte sich Justin Trudeau von den Liberalen vorschieben, der Sohn eines früheren Ministerpräsidenten. Die sozialdemokratische Neue Demokratische Partei (NDP) mit Spitzenkandidat Thomas Mulcair lag zuletzt auf dem dritten Platz. Während Harper für einen harten Kurs in der inneren Sicherheit und gute Bedingungen für die Industrie ohne viel Rücksicht auf den Klimaschutz steht, will Trudeau die Steuern für Reiche anheben und viel Geld ausgeben, um die Wirtschaft anzukurbeln. Mulcair hat dasselbe wie Trudeau versprochen, will dazu aber auch noch einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen.

Die Kanadier zeigten sich gespalten. "Harper ist die sicherste Wahl. Er steht für Jobs", sagt eine Frau in Vancouver. Auch eine Angestellte in der Ölindustrie in Calgary wird den Premierminister erneut wählen. "Trudeau ist einfach zu unerfahren. Er denkt, er kann es, aber er kann es nicht." Völlig anders sieht das dagegen ein vor rund 60 Jahren aus Duisburg an die Westküste Kanadas ausgewanderter Deutscher. "Harper ist ein Lügner und es wird höchste Zeit, das er wegkommt." Mit ersten Ergebnissen der Parlamentswahl in dem nordamerikanischen Land wird in der Nacht zum Dienstag gerechnet.

dpa


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