Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Papst mahnt vor UN-Vollversammlung Schutz der Umwelt an
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Papst mahnt vor UN-Vollversammlung Schutz der Umwelt an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:52 25.09.2015
Papst Franziskus spricht vor der UN-Vollversammlung in New York. Foto: Matt Campbell
Anzeige
New York

Papst Franziskus hat in einer historischen Rede vor der UN-Vollversammlung die Weltgemeinschaft eindringlich zum Kampf gegen Armut und Umweltzerstörung aufgefordert. "Jede Schädigung der Umwelt ist eine Schädigung der Menschheit", sagte das katholische Kirchenoberhaupt in New York.

Jeder Mensch habe ein Recht auf Leben, was einem "Existenzrecht der menschlichen Natur selbst" entspreche. Um das sicherzustellen, müssten die Regierungen der Welt "unverzügliche Maßnahmen" ergreifen. "Es reichen nicht die feierlich übernommenen Verpflichtungen."

Ein "egoistisches und grenzenloses Streben nach Macht und materiellem Wohlstand" führe dazu, dass die verfügbaren Ressourcen ungebührlich ausgenutzt und Schwache ausgeschlossen würden, sagte der Papst beim UN-Gipfel zu den sogenannten Nachhaltigkeitszielen, die bis zum Jahr 2030 Hunger und extreme Armut auf der Erde beseitigen sollen. Die UN-Vollversammlung verabschiedete diese Ziele am Freitag offiziell.

Franziskus kritisierte die zunehmende "Wegwerfkultur" der Welt. Sie treffe die Ärmsten der Welt am härtesten. Es müsse auch darum gehen, etwa Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung von Knaben und Mädchen, Sklavenarbeit einschließlich Prostitution, Drogen- und Waffenhandel, Terrorismus und internationale organisierte Kriminalität so schnell wie möglich zu überwinden, sagte der Papst. "Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Institutionen wirklich effektiv sind im Kampf gegen all diese Plagen."

Franziskus ermahnte die Weltgemeinschaft zugleich zur Einhaltung der von den Vereinten Nationen beschlossenen Rechtsnormen. Es öffne sich eine Büchse der Pandora voller unkontrollierbarer Kräfte, wenn UN-Maßgaben nur bei Belieben eingehalten würden, sagte er. Die UN-Charta müsse "ohne Nebenabsichten als obligatorischer rechtlicher Bezugspunkt beachtet und anwendet" werden. Die vor 70 Jahren gegründete Organisation sei "noch verbesserungsfähig wie jedes menschliche Werk und zugleich notwendig". Es war das fünfte Mal, dass ein Papst die UN besucht, aber das erste Mal, dass er auch die Vollversammlung eröffnet.

Nach seiner Rede gedachte der Papst am Ground Zero in New York der Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001. Im Museum zum Gedenken an die fast 3000 Opfer der Anschläge rief das katholische Kirchenüberhaupt zu einem friedlichen Zusammenleben aller Religionen und Kulturen auf. "Gemeinsam sind wir aufgerufen, zu jedem Versuch, Uniformität aufzuzwingen, "Nein" zu sagen und hingegen "Ja" zu sagen zu einer akzeptierten und versöhnten Verschiedenheit." Der Papst traf sich in dem Museum zudem mit Angehörigen von Opfern und betete gemeinsam mit Vertretern verschiedener Religionen.

Im Anschluss wollte er noch eine katholische Schule im Stadtteil Harlem besuchen, vor Zehntausenden Anhängern durch den Central Park fahren und eine Messe im Madison Square Garden abhalten, bevor er am Samstagmorgen weiter nach Philadelphia reisen wollte.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Gesetzespaket zur Flüchtlingshilfe soll schon zum 1. November in Kraft treten - inklusive umstrittener Verschärfungen des Asylrechts. Weil die Grünen trotz Bauchschmerzen zur Zustimmung bereit sind, ist der Zeitplan nicht unrealistisch.

25.09.2015

In Ostdeutschland sinkt laut einer Umfrage das Vertrauen in Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Auf die Frage, welchen Politikern sie derzeit am meisten vertrauen, nannten nach einem Bericht der "Thüringischen Landeszeitung" im aktuellen INSA-Meinungstrend 24 Prozent Merkel.

25.09.2015

Zehntausende Flüchtlinge aus Syrien suchen Schutz in Europa. Das lenkt die Aufmerksamkeit wieder auf den blutigen Krieg in ihrer Heimat. Kanzlerin Merkel zeigt sich offen für Gespräche mit Syriens Machthaber Assad. Ist das ein Weg zum Frieden?

25.09.2015
Anzeige