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Papst Franziskus hat in seiner Rede vor dem US-Kongress mit deutlichen Worten Waffenlieferungen und die Todesstrafe kritisiert. Das alles geschehe nur des Geldes willen.

Papst Franziskus hat in seiner Rede vor dem US-Kongress mit deutlichen Worten Waffenlieferungen und die Todesstrafe kritisiert. Das alles geschehe nur des Geldes willen. © Drew Angerer

Kirche

Papst kritisiert vor US-Kongress Waffenlieferungen und Todesstrafe

Der Papst spart vor dem US-Kongress nicht mit klaren Worten. Er prangert Waffenhandel an und äußert sich zur Flüchtlingskrise. Doch bei einigen strittigen Fragen hält sich Franziskus zurück.

Washington. Papst Franziskus hat in seiner Rede vor dem US-Kongress in deutlichen Worten Waffenlieferungen und die Todesstrafe kritisiert. Der Export von Waffen an Akteure, die planten, Einzelnen und Gesellschaften unsägliches Leid zuzufügen, geschehe einfach um des Geldes willen, sagte er.

Es war die erste Rede eines Papstes vor dem Kongress in Washington. Die Todesstrafe, die in Teilen der USA nach wie vor legal ist, gehöre abgeschafft.

Der Argentinier wurde mit langem Applaus empfangen. Seine etwa 50-minütige Ansprache vor den Mitgliedern der beiden Parlamentskammern wurde 40 Mal von Beifall unterbrochen.

Der Papst rief dazu, keine Angst vor Fremden zu haben: "Die meisten von uns sind einst selber Fremde gewesen." Angesichts der weltweiten Flüchtlingskrise forderte er unter großem Applaus eine menschliche, gerechte und brüderliche Reaktion. "Wir dürfen nicht über ihre Anzahl aus der Fassung geraten, sondern müssen sie vielmehr als Personen sehen, ihnen ins Gesicht schauen", sagte er.

Die Todesstrafe, die in 31 von 50 US-Bundesstaaten immer noch legal ist, verstoße gegen die Unantastbarkeit eines jeden Lebens, kritisierte der Papst. "Ich ermutige auch alle, die davon überzeugt sind, dass eine gerechte und notwendige Bestrafung niemals die Dimension der Hoffnung und das Ziel der Rehabilitierung ausschließen darf", appellierte der Papst.

Auch religiösen Fundamentalismus verurteilte Franziskus. "Unsere Welt ist in zunehmendem Maß ein Ort gewaltsamer Konflikte, von Hass und brutalen Grausamkeiten, die sogar im Namen Gottes und der Religion verübt werden", mahnte er. Es sei jedoch Ausgewogenheit nötig, um diese Art von Gewalt zu bekämpfen, und zugleich Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit und persönliche Freiheit zu schützen.

Einige zuvor erwartete Streitpunkte erwähnte Franziskus nur am Rande, etwa den Kapitalismus, den er in früheren Ansprachen scharf kritisiert hatte. Er forderte lediglich, die Politik dürfe kein Sklave von Wirtschaft und Finanzwesen sein und warnte vor ungerechten Strukturen und Handlungen. Auch umstrittene Fragen der Ehe- und Sexualmoral der Kirche wie die Ehe gleichgeschlechtlicher Partner, Verhütung oder Abtreibung sprach der Papst nicht konkret an.

Vor seiner Rede traf der Papst John Boehner, den Vorsitzenden des Repräsentantenhauses. Der republikanische Politiker hatte Franziskus in den Kongress eingeladen.

Vor dem Kapitol verfolgten Zehntausende Menschen die Rede auf Leinwänden. Nach der Ansprache zeigte Franziskus sich dort auf einem Balkon, winkte den Menschen zu und grüßte die Menge.

Am Mittag (Ortszeit) traf Franziskus in einer kirchlichen Einrichtung in der Innenstadt mit etwa 200 Obdachlosen und Bedürftigen zusammen.

Am Nachmittag wollte der Papst nach New York weiterreisen. Dort wird er unter anderem eine Rede vor den Vereinten Nationen halten. Franziskus bleibt bis Sonntag in den USA.

dpa


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