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„Urbi et Orbi“ nach Papst-Attacke

Papst Benedikt erinnert an Gewalt in der Welt

Trotz der Attacke auf Papst Benedikt XVI. am Donnerstagabend sprach der Papst den traditionellen katholischen Segen „Urbi et Orbi“. Er erinnerte an die Konflikte in aller Welt und rief zum Ende von Gewalt und Egoismus auf.
Kraft und Großmut für den Weg zu einem friedlichen Zusammenleben: Papst Benedikt XVI. spricht sich gegen Egoismus und für Frieden aus.

Kraft und Großmut für den Weg zu einem friedlichen Zusammenleben: Papst Benedikt XVI. spricht sich gegen Egoismus und für Frieden aus.

© afp (Archiv)

Papst Benedikt XVI. hat in seiner Weihnachtsbotschaft zum Ende der Gewalt in der Welt aufgerufen. Die Kirche lade die Bewohner im Heiligen Land ein, jegliche Logik der Gewalt und der Rache aufzugeben und sich mit erneuerter Kraft und Großmut für den Weg zu einem friedlichen Zusammenleben einzusetzen, sagte das Oberhaupt der Katholischen Kirche am ersten Weihnachtsfeiertag vor Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom. Papst Benedikt erinnerte zudem an die gewaltsamen Konflikte in anderen Ländern, darunter im Irak, in Sri Lanka oder in der Demokratischen Republik Kongo.

Der Papst beklagte zugleich eine „egoistische und technokratische Mentalität“ in Europa und Nordamerika, die es zu überwinden gelte. Das Gemeinwohl müsse gefördert und die schwächsten Personen, beginnend mit den noch nicht Geborenen müssten geachtet werden. Die Kirche sei zudem solidarisch mit jenen, die von Naturkatastrophen und von Armut betroffen seien, auch in “Überflussgesellschaften“. Die Kirche nehme sich zudem jener an, die durch Hunger, Intoleranz und Umweltschäden aus ihrer Heimat vertrieben worden seien.
Im Anschluss sprach der Papst den traditionellen Segen „Urbi et Orbi“ - „Der Stadt und dem Erdkreis“ und Weihnachtsgrüße in 65 Sprachen. „Die Geburt Jesu Christi, des Erlösers der Menschen, erfülle Euer Leben mit tiefer Freude und reicher Gnade; sein Friede möge in Euren Herzen wohnen. Gesegnete und frohe Weihnachten!“, sagte der Papst in deutscher Sprache.
Am Heiligabend war Papst Benedikt XVI. zu Beginn der Christmette angegriffen worden. Einer Frau war es gelungen, über die Absperrung zu springen und das Gewand des Papstes zu ergreifen. Das Kirchenoberhaupt geriet aus dem Gleichgewicht und fiel hin. Er konnte die Feier aber ohne Probleme fortsetzen.

Nach Angaben des vatikanischen Presseamtes handelt es sich bei der Täterin um eine 25-Jährige mit italienischer und Schweizer Staatsangehörigkeit. Die Frau sei offenbar geistig verwirrt, sagte Papst-Sprecher Pater Federico Lombardi.

Bei dem Handgemenge erlitt allerdings der französische Kardinal Roger Etchegaray einen Oberschenkelhalsbruch. Er wurde mit einem Rollstuhl aus der Basilika gefahren und in eine Klinik gebracht. Sein Zustand ist nach Angaben des Vatikan gut. Der 87-Jährige müsse sich in den nächsten Tagen aber einer Operation unterziehen.

ddp


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