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Abreibungen werden von der Katholischen Kirche vergeben. Allerdings nur im kommenden Heiligen Jahr. Ab dem 20. November 2016 ist dann alles wieder beim alten. Vatikansprecher Lombardi betonte, dass es sich nicht um eine Abmilderung der Schwere der Sünde handele.

Abreibungen werden von der Katholischen Kirche vergeben. Allerdings nur im kommenden Heiligen Jahr. Ab dem 20. November 2016 ist dann alles wieder beim alten. Vatikansprecher Lombardi betonte, dass es sich nicht um eine Abmilderung der Schwere der Sünde handele. © Maurizio Brambatti

Kirche

Papst: Alle Priester dürfen "Sünde der Abtreibung" vergeben

Weicht der der Papst eine weitere konservative Position der Katholischen Kirche auf? Jetzt erlaubt er allen Priestern, Frauen die Abtreibung zu vergeben. Aber nur mit einer gravierenden Einschränkung.

Rom. Papst Franziskus erlaubt allen Priestern, Frauen die Abtreibung zu vergeben - aber nur während des bevorstehenden Heiligen Jahres.

"Ich bin sehr vielen Frauen begegnet, die in ihrem Herzen die Narben dieser leidvollen und schmerzhaften Entscheidung trugen", erklärte der Papst am Dienstag in einem Schreiben. "Die Vergebung Gottes für jeden Menschen, der bereut, kann diesem nicht versagt werden." Das Heilige Jahr steht unter dem Motto Barmherzigkeit und beginnt im Dezember.

Vatikansprecher Federico Lombardi betonte, dass es sich bei der Ankündigung nicht um eine Abmilderung der Schwere der Sünde handle. Eigentlich sieht die katholische Kirche die Exkommunikation für all jene vor, die eine Abtreibung vorgenommen haben: Nicht nur die Frau selbst, sondern auch der Abtreibungsarzt und der Partner, wenn er die Frau zur Abtreibung gedrängt hat, sind automatisch vom Empfang der Sakramente - auch des Bußsakraments - ausgeschlossen. Diese Strafe kann normalerweise nur der Bischof oder ein von ihm beauftragter Priester nachlassen. Erst danach kann die Frau zur Beichte gehen.

Nach dem Kirchenrecht kann in Einzelfällen allerdings auch jetzt schon ein Priester im Beichtstuhl den Strafnachlass gewähren und die Absolution ohne vorherigen Amtsweg erteilen. Rein rechtlich müsste sich die Frau dann allerdings nachträglich noch einmal vom Bischof bestätigen lassen, dass sie nicht mehr exkommuniziert ist.

Das Dokument sei "auf weltkirchlicher Ebene eine positive Botschaft des Papstes", erklärte der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz. Mit Blick auf die Frage der Absolution bei Abtreibung gelte in deutschen Diözesen seit vielen Jahren die Regelung, dass dem Priester diese "im Dringlichkeitsfall und unter der Berücksichtigung verschiedener Voraussetzungen" gestattet sei.

Franziskus kündigte auch eine Annäherung an die umstrittene erzkonservative Pius-Bruderschaft an, der unter anderem Antisemitismus vorgeworfen wird. Als Kirchenoberhaupt bestimme er, dass diejenigen, die während des Heiligen Jahres das Sakrament der Versöhnung bei den Priestern der Bruderschaft St. Pius X. empfangen hätten, "gültig und erlaubt die Lossprechung von ihren Sünden erlangen". "Dieses Jubiläumsjahr der Barmherzigkeit schließt niemanden aus", schreibt der Papst.

Das Heilige Jahr endet am 20. November 2016 und dürfte schätzungsweise mehrere Millionen Pilger nach Rom ziehen. Innerhalb dieses Zeitraums können Gläubige mit Gebet und Buße den Ablass ihrer Sünden erreichen.

dpa


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