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Deutschland/Welt PKK beginnt mit Abzug von Kämpfern aus der Türkei
Nachrichten Politik Deutschland/Welt PKK beginnt mit Abzug von Kämpfern aus der Türkei
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16:10 08.05.2013
PKK-Chef Murat Karayilan (r.) bei einer Pressekonferenz in Dahuk im Nordirak. Die kurdische PKK zieht ihre Kämpfer aus der Türkei ab. Quelle: Ibrahim Yakut/Anadolu Agency/Archiv
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Istanbul

Die ersten Einheiten hätten den Rückzug Richtung Nordirak begonnen, berichtete die PKK-nahe Agentur Firat.

Sie folgten damit einem Aufruf des inhaftierten PKK-Chefs Abdullah Öcalan, der in einer vor sieben Wochen verlesenen Erklärung einen Kurswechsel hin zu einem politischen Kampf für die Rechte der Kurden in der Türkei gefordert hatte.

Die PKK-Führung setzte daraufhin den 8. Mai als offiziellen Start für den Abzug fest. Der Termin hat auch symbolische Bedeutung, nachdem der Rückzug, der für einige Kämpfer weite Märsche durch Gebirge bedeutet, nach Angaben kurdischer Politiker bereits früher eingeleitet wurde. Es wird erwartet, dass die Operation mehrere Monate dauern kann. "Der Prozess hat begonnen, das wissen wir", sagte ein Sprecher der Kurdenpartei BDP der Nachrichtenagentur dpa in Istanbul. Zu den Details könne die BDP aber keine Angaben machen.

Öcalan hatte im März zur Waffenruhe und einem Rückzug aufgerufen. "Wir haben den Punkt erreicht, wo die Waffen schweigen und die Ideen sprechen müssen", ließ Öcalan erklären. "Eine Tür ist geöffnet, die vom bewaffneten Kampf zu einem demokratischen Kampf führt."

Am Dienstag hatten beide Konfliktparteien vor Provokationen gewarnt. Türkische Truppenbewegungen und der Einsatz von Drohnen zur Überwachung behinderten den Abzug, hieß es in einer Erklärung der PKK-Führung. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan forderte, dass die PKK unbewaffnet abziehen müsse.

Die PKK wird von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie kämpft seit Anfang der 1980er Jahre für eine Unabhängigkeit oder größere Autonomie der Kurdengebiete in der Türkei. Kurdische Organisationen beklagen eine systematische Diskriminierung ihrer Volksgruppe, die bis zu einem Fünftel der Bevölkerung stellt, durch den türkischen Staat.

dpa

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