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Bei dem Bombenanschlag in der Istanbuler Altstadt wurden elf Menschen getötet, darunter sechs Polizisten.

Bei dem Bombenanschlag in der Istanbuler Altstadt wurden elf Menschen getötet, darunter sechs Polizisten. © Sedat Suna

Terrorismus

PKK-Splittergruppe TAK bekennt sich zu Istanbul-Anschlag

Eine kurdische Gruppe übernimmt die Verantwortung für den Anschlag von Istanbul - und sie warnt vor Türkei-Urlauben. Die Türkei sei nicht länger sicher, droht die TAK.

Istanbul. Eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hat sich zum Autobombenanschlag in Istanbul bekannt und ausländische Urlauber vor Türkeibesuchen gewarnt.

"Ausländer sind nicht unsere Zielscheibe, aber die Türkei ist für sie nicht länger ein sicheres Land", hieß es in dem heute im Internet veröffentlichten Bekennerschreiben der Freiheitsfalken Kurdistans (TAK). "Wir warnen erneut alle ausländischen Touristen, die in der Türkei sind oder in die Türkei kommen möchten."

Die TAK teilte mit, bei dem Anschlag auf einen Polizeibus habe es sich um eine Vergeltungstat für die "Massaker" der "faschistischen AKP-Regierung" am kurdischen Volk gehandelt. Bei der Explosion der Autobombe am Dienstag waren sechs Polizisten und fünf Zivilisten getötet worden, 36 Menschen wurden verletzt.

Zu einem weiteren Anschlag am Mittwoch in der mehrheitlich kurdischen Stadt Midyat im Südosten der Türkei hatte sich die PKK selber bekannt. Dort riss ein Selbstmordattentäter vor dem Hauptquartier der Polizei mit einer Autobombe drei Polizisten und drei Zivilisten mit in den Tod. Mehr als 50 Menschen wurden bei der gewaltigen Explosion verletzt.

Während die PKK Sicherheitskräfte vor allem im mehrheitlich kurdischen Südosten der Türkei angreift, verübt die TAK Anschläge in türkischen Metropolen wie zuletzt in Ankara und Bursa. Erstmals hat sich die Gruppen nun zu einem Anschlag im touristischen Zentrum Istanbuls bekennt.

Das Bekennerschreiben mit der Warnung an ausländische Touristen wurde außer auf Türkisch und Kurdisch auch auf gebrochenem Englisch und Deutsch veröffentlicht. Besonders erwähnt wurden in dem Schreiben getötete PKK-Kämpfer in Nusaybin und Sirnak. In den beiden Städten wurden nach einer Mitteilung der Armee vom Montag bei Operationen seit Mitte März 1000 PKK-Kämpfer getötet. Der Friedensprozess zwischen Regierung und PKK brach im vergangenen Sommer zusammen.

Die TAK ging 2004 aus der PKK hervor und verübte danach Anschläge auch in Touristengebieten im Westen der Türkei. 2012 verschwand die Gruppe vorübergehend in der Versenkung. Nach dem Wiederaufflammen des Konflikts tauchte sie Ende 2015 wieder auf. Damals gelang es ihr, einen Mörserangriff auf den Flughafen Sabiha Gökcen auf der asiatischen Seite Istanbuls zu verüben. Umstritten ist, welchen Einfluss die PKK auf die TAK hat.

dpa


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