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Deutschland/Welt Özkan bei "Beckmann": Sarrazin will spalten
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Özkan bei "Beckmann": Sarrazin will spalten
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11:48 31.08.2010
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HAMBURG/BERLIN. Die niedersächsische Integrationsministerin Aygül Özkan (CDU) sieht in Thilo Sarrazins Äußerungen zur Zuwanderung von Muslimen den Versuch, die Gesellschaft zu spalten. „Sie sollten aufhören mit dem Polarisieren“, forderte Özkan den Bundesbankvorstand am Montagabend in der ARD-Sendung „Beckmann“ auf.

Sarrazin verteidigte erneut seine These, dass sich Muslime in Deutschland wesentlich schwieriger integrieren lassen als andere Gruppen.

Die türkischstämmige Ministerin Özkan rief dazu auf, die Menschen statt statistische Daten in den Mittelpunkt der Integrationsdebatte zu stellen. „Ich möchte das Verbindende“, sagte sie. Als wesentlich für die Integration von Zuwanderern sieht Özkan einen frühen Kindergartenbesuch. Zudem wies sie auf die Beiträge Einzelner hin. „Integration geschieht im Kleinen“, sagte Özkan und nannte als Beispiele das Miteinander in Nachbarschaften und Sportvereinen.

Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin (SPD) hat seine These von genetischen Gemeinsamkeiten verschiedener Volksgruppen erneuert. „Es gibt Gene, anhand von denen man Volksgruppen voneinander unterscheiden kann. Das gilt für viele Volksgruppen, also nicht nur für die Juden“, sagte Sarrazin am Montagabend in der ARD-Sendung „Beckmann“.

Der 65-Jährige war heftig kritisiert worden für die Interview-Antwort: „Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden.“ Am Montag teilte er mit, er habe sich nicht hinreichend präzise ausgedrückt, er bedauere die entstandenen „Irritationen und Missverständnisse“. Sarrazin sagte in der Sendung, er habe diese Passage überhaupt nicht als problematisch angesehen. Sie habe auch nichts mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ zu tun, das Sarrazin am Montag vorgestellt hatte.

Darin kritisiert er die mangelnde Integration muslimischer Einwanderer und fordert drastische Gegenmaßnahmen. Die niedersächsische Integrationsministerin Aygül Özkan (CDU) warf dem Autor in der Sendung Häme und eine verächtliche Art vor. Sarrazin erkenne die Leistungen von Migranten nicht an und versuche die Gesellschaft zu spalten, sagte die Ministerin mit türkischen Wurzeln.

SPD-Vize Olaf Scholz begründete das Ziel seiner Partei, Sarrazin auszuschließen. „Er diskutiert über Abstammung, über Herkunft als Problem, und nicht als Aufgabe, wie man Menschen eine bessere Zukunft verschaffen kann.“

Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky, sprach sich dagegen im ARD-Nachtmagazin dagegen aus, Sarrazin auszuschließen. Die Partei müsse unbequeme Themen aushalten. „Zur Not muss man sich fetzen.“

Wegen Sicherheitsbedenken ist eine geplante Lesung mit dem umstrittenen Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin (SPD) in Hildesheim abgesagt worden.

dpa

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