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Deutschland/Welt Nordkorea will Atomgespräche wieder aufnehmen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Nordkorea will Atomgespräche wieder aufnehmen
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13:37 11.12.2009
Der US-Gesandte Stephen Bosworth hat erreicht, dass Nordkorea wieder zu Atomverhandlungen bereit ist. Quelle: AFP

Seoul. Bei einem dreitägigen Besuch des US-Sondergesandten Stephen Bosworth hätten beide Seiten die Notwendigkeit unterstrichen, die sogenannten Sechser-Gespräche fortzusetzen, teilte das Außenministerium in Pjöngjang am Freitag mit. Bosworth reiste unterdessen weiter nach China.

„Beide Seiten haben vereinbart, künftig weiter miteinander zu kooperieren und die restlichen Meinungsunterschiede einzugrenzen“, teilte das Außenministerium in Pjöngjang nach Angaben der amtlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA mit. Die Gespräche mit dem US-Sondergesandten Bosworth seien „aufrichtig und offen“ gewesen. Es sei Einvernehmen über die Notwendigkeit erzielt worden, die Sechser-Gespräche weiterzuführen und ein Abkommen aus dem Jahr 2005 umzusetzen.

In dem Abkommen hatte sich Nordkorea verpflichtet, auf sein Atomprogramm zu verzichten. Im Gegenzug sollte Pjöngjang wirtschaftliche Hilfen erhalten. Die USA erklärten sich bereit, den seit Ende des Koreakrieges 1953 geltenden Waffenstillstand mit Nordkorea durch einen dauerhaften Friedensvertrag zu ersetzen.

Nordkorea war im April nach einem zweiten Atombombentest aus den sogenannten Sechser-Gesprächen ausgestiegen, an denen neben den beiden koreanischen Staaten auch die USA, Japan, China und Russland teilnehmen. Im Oktober hatte die Führung in Pjöngjang dann erste Bereitschaft zur Wiederaufnahme der Gespräche signalisiert, im Gegenzug forderte sie direkte Verhandlungen mit den USA.

Bosworth war mit dem Ziel nach Nordkorea gereist, die internationalen Verhandlungen mit Pjöngjang wieder in Gang zu bringen. Nach Angaben aus Nordkorea ging es bei den Gesprächen auch um eine Normalisierung der Beziehungen, wirtschaftliche Hilfen und den geforderten Friedensvertrag.

Vor seinem Abflug aus Nordkorea hatte sich Bosworth zufrieden über seinen Besuch geäußert und von einem „sehr nützlichen Treffen“ gesprochen. Ob Nordkorea tatsächlich an den Verhandlungstisch zurückkehren werde, sagte er jedoch nicht. US-Außenministerin Hillary Clinton beschrieb die Gespräche in einer ersten Reaktion als „durchaus positiv“.

Russland bezeichnete die Ankündigung Nordkoreas als „Schritt in die richtige Richtung“, wie die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf einen Vertreter des Außenministeriums berichtete. Moskau unterstütze die Gespräche zwischen Nordkorea und den USA. Wie die Nachrichtenagentur RIA Nowosti ebenfalls unter Berufung auf Ministeriumskreise berichtete, sind bereits in der kommenden Woche intensive diplomatische Bemühungen geplant.

Am Montag soll Bosworth den Angaben zufolge in Moskau mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und seinem Stellvertreter Alexej Borodawkin zusammenkommen. Am Dienstag werde dann der französische Sondergesandte für Nordkorea, Jack Lang, in der russischen Hauptstadt erwartet. Ebenfalls am Dienstag soll der russische Nordkorea-Beauftragte Borodawkin dem Bericht zufolge Verhandlungen mit seinem südkoreanischen Kollegen Wi Song Nak aufnehmen. Am Freitag traf Bosworth nach Angaben der US-Botschaft in China zunächst in Peking ein. Anschließend sollte er auch in Tokio über seinen Nordkorea-Besuch Bericht erstatten.

AFP

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