Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Nordkorea weist Südkoreaner aus gemeinsamem Industriepark aus
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Nordkorea weist Südkoreaner aus gemeinsamem Industriepark aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:34 11.02.2016
Zahlreiche leere Lastwagen standen seit dem Morgen am innerkoreanischen Grenzübergang, um noch Ausrüstungen und Waren aus dem Fabrikpark zu holen. Foto: Kim Chul-Soo
Anzeige
Seoul

Angesichts wachsender Spannungen infolge des jüngsten nordkoreanischen Raketenstarts kappen Süd- und Nordkorea ihre wichtigsten Verbindungskanäle.

Das kommunistische Regime in Pjöngjang erklärte, es wolle "Ausrüstung, Materialien und Produkte von südkoreanischen Unternehmen" im gemeinsamen Fabrikpark in Kaesong beschlagnahmen. Alle noch verbliebenen Südkoreaner seien aufgerufen worden, den grenznahen Komplex in Nordkorea zu verlassen. Die Sonderzone stehe ab sofort unter militärischer Kontrolle. Außerdem würden zwei wichtige Hotlines zwischen beiden Ländern getrennt. 

Nordkorea reagierte damit auf die Entscheidung Seouls, den Industriepark "komplett zu schließen". Damit soll Nordkorea von einer wichtigen Devisenquelle abgeschnitten werden, die aus Seouls Sicht für das Atomprogramm des Lands genutzt wird. 

In einem für Nordkorea nicht unüblichen Ton warf das Regime in Pjöngjang dem südlichen Nachbarland eine "Kriegserklärung" vor. Südkorea habe damit "das Ende der letzten Lebenslinie zwischen Süd- und Nordkorea" beschlossen, hieß es laut den Staatsmedien in einer Erklärung des Komitees für die Friedliche Wiedervereinigung Koreas. Das Komitee warnte, Südkoreas Regierung werde "katastrophale und schmerzhafte Konsequenzen als Folge ihre Aktion zu spüren bekommen". 

Mit der Schließung bestrafte Südkorea den Nachbarn für den umstrittenen Raketenstart vom Sonntag, der weltweit Empörung ausgelöst hatte. Während Pjöngjang von einem Satellitenstart zu friedlichen Zwecken sprach, sieht die internationale Gemeinschaft darin den verdeckten Test einer atomar bestückten Langstreckenrakete. Nordkorea hatte erst einen Monat zuvor seinen vierten Atomversuch unternommen, der ebenfalls international verurteilt wurde. 

Der US-Senat stimmte einstimmig dafür, die Sanktionen gegen das Regime von Machthaber Kim Jong Un zu verschärfen. Das Repräsentantenhaus muss noch zustimmen. Unter anderem sollen Sanktionen nun auch im Falle von Cyberattacken und Menschenrechtsverletzungen greifen. Auch im UN-Sicherheitsrat wird derzeit über neue Sanktionen gegen Nordkorea beraten.    

Einige Stunden nach dem Landesverweis hatten nach Angaben der Regierung in Seoul alle noch in Kaesong verbliebenen Südkoreaner Nordkorea verlassen. Am Donnerstag wollten Unternehmen noch ihren Rückzug aus dem Fabrikpark vorbereiten. Zahlreiche Lastwagen hatten seit dem Morgen am Grenzübergang gestanden, um Ausrüstungen und Waren abzutransportieren. 

Der 2004 geöffnete Fabrikpark in der Sonderwirtschaftszone war das einzige noch verbliebene größere Gemeinschaftsprojekt zwischen Süd- und Nordkorea - und lange Zeit ein Symbol der Aussöhnung. Zuletzt arbeiteten dort 54 000 Nordkoreaner für 124 südkoreanische Unternehmen, die von den niedrigen Löhnen im abgeschotteten Nachbarland profitierten.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Brennende Flüchtlingsheime, rechte Schläger und Hassparolen - immer öfter begehen Rechtsextreme in Deutschland Straftaten. Die meisten Gewalttaten haben einen fremdenfeindlichen Hintergrund.

11.02.2016

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dem Irak weitere deutsche Unterstützung beim Wiederaufbau des Landes zugesagt. Bei einem Treffen mit dem irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi in Berlin kündigte Merkel an, dass Deutschland einen ungebundenen 500-Millionen-Euro-Kredit zur Verfügung stellen wird.

11.02.2016

Monatelang sorgte das Asylpaket II für Ärger bei Schwarz-Rot. Nun haben die Koalitionäre den neuesten Krach ausgeräumt. Der Aufstand der SPD bleibt folgenlos. Opposition und Fachleute sind aufgebracht.

11.02.2016
Anzeige