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Das südkoreanische Fernsehen zeigt die Route der nordkoreanischen Interkontinentalrakete.

Das südkoreanische Fernsehen zeigt die Route der nordkoreanischen Interkontinentalrakete.
© dpa

Hwasong-15

Nordkorea testet bisher stärkste Rakete

Nordkorea hat nach eigenen Angaben seine bisher stärkste und weitreichendste Interkontinentalrakete getestet. Mit der Hwasong-15 sei man in der Lage, das gesamte US-Festland zu erreichen, erklärte die Hauptstadt Pjöngjang. Weltweit löste das Manöver scharfe Kritik aus.

Pjöngjang. Nach zweimonatiger Pause hat das nordkoreanische Regime erneut einen Raketentest durchgeführt. Bei der Rakete, die am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) südlich der Hauptstadt abgeschossen wurde, handele es sich nach Angaben Pjöngjangs um eine neue ballistische Interkontinentalrakete mit dem Namen Hwasong-15. Der Test sei erfolgreich verlaufen. Nach Angaben der japanischen Regierung landete die Rakete nach 53 Minuten Flugzeit vermutlich weniger als 200 Seemeilen vor der Küste Japans.

Wie Pjöngjang erklärte, könne die Hwasong-15 mit einem „supergroßen, schweren Nuklearsprengkopf“ beladen werden und das gesamte US-Festland erreichen. Die Rakete sei 950 Kilometer weit geflogen, habe eine Höhe von rund 4500 Metern erreicht und dann genau ein Ziel auf See getroffen. Die Rakete stelle kein Sicherheitsrisiko für Nachbarländer dar, so Nordkorea. Kim Jong-un habe nach dem Test erklärt, dass sein Land sein Ziel, eine Raketenmacht zu sein, erreicht habe. Dies sei eine Antwort auf die „US-Nuklear-Erpressungspolitik“.

Das US-Verteidigungsministerium bestätigte unterdessen, dass die Rakete so hoch geschossen wurde, wie nie zuvor. Aufgrund der Reichweite sei die Rakete eine Bedrohung für jedes Land, sagte US-Verteidigungsminister James Mattis. Präsident Donald Trump zeigte sich zurückhaltend. Der Test ändere nichts an der Nordkoreapolitik. „Das ist eine Situation, mit der wir umgehen werden“, sagte der US-Präsident.

Sorge in Südkorea

Zuvor hatte Trump mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In telefoniert. Dieser forderte nach dem Raketenstart härtere Sanktionen gegen Nordkorea. Die Tests stellten eine Bedrohung für den Weltfrieden dar, sagte Moon bei einem Sondertreffen des südkoreanischen Nationalen Sicherheitsrats. Südkorea werde nicht einfach „da sitzen und zusehen“, wie Nordkorea provoziere. Südkorea habe den erneuten Test einer ballistischen Rakete jedoch bereits befürchtet und sei vorbereitet gewesen. Nur wenige Minuten nach dem Test des Regimes im Norden feuerte das südkoreanische Militär ebenfalls eine Rakete ab.

Fünf Minuten nach dem Abschuss der nordkoreanischen Rakete startete auch Südkorea eine 20-minütige Raketenübung

Fünf Minuten nach dem Abschuss der nordkoreanischen Rakete startete auch Südkorea eine 20-minütige Raketenübung.

Quelle: dpa

Moon äußerte zudem Bedenken, dass die USA nach dem jüngsten Test einen Präventivschlag gegen Pjöngjang in Betracht ziehen könnten. Es sei wichtig, dass die Situation nicht außer Kontrolle gerate, sagte Moon laut einer Stellungnahme. Gemeinsam mit Japan und den USA forderte Südkorea eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats. Diese wurde daraufhin für den Mittwoch angesetzt.

Scharfe Kritik aus dem Westen

Auch der Westen verurteilte das Manöver und die Drohungen Pjöngjangs. „Dies ist ein weiterer Bruch zahlreicher UN-Sicherheitsrats-Resolutionen, der die regionale und internationale Sicherheit untergräbt“, teilte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg mit. Eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini bezeichnete den Raketenabschuss als schwere Provokation und ernste Bedrohung für die internationale Sicherheit.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verurteilte den Test als „unverantwortlich“. Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ über Regierungssprecher Steffen Seibert mitteilen: „Es ist wichtiger denn je, gegen die Bedrohung der internationalen Sicherheit durch Pjöngjang zusammenzustehen.“

Von RND/tap/dpa


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