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Nordkorea riskiert nach seinen Raketentests die Unterstützung von China. Foto: KCNA/Archiv

Nordkorea riskiert nach seinen Raketentests die Unterstützung von China. Foto: KCNA/Archiv

Konflikte

Nordkorea testet Antrieb für Interkontinentalrakete

Nordkorea entwickelt mit Hochdruck Langstreckenraketen. Wie weit das Land damit ist, ist unklar. Seit Wochen meldet das Regime immer wieder neue Fortschritte.

Seoul. Nordkorea hat nach eigenen Angaben einen neuen Antrieb für Interkontinentalraketen getestet. Der Test am Boden durch Wissenschaftler und Techniker im Verteidigungsbereich sei unter Anleitung von Machthaber Kim Jong Un erfolgreich verlaufen, berichteten die Staatsmedien.

Demnach erklärte Kim, der Erfolg biete die Garantie, "eine andere Form des Atomangriffs auf die US-Imperialisten und weitere feindselige Kräfte zu starten". Wann genau der Test stattfand, blieb unklar.

Das Atom- und Raketenprogramm des weitgehend isolierten Landes gilt in der Region und darüber hinaus als große Bedrohung. Allerdings gehen Militärs in den USA und in Südkorea davon aus, dass Nordkorea noch nicht über eine einsatzfähige Interkontinentalrakete verfügt.     

Die Lage in der Region ist seit einem neuen Atomtest Nordkoeas im Januar und dem umstrittenen Start einer Weltraumrakete bereits sehr gespannt. Der UN-Sicherheitsrat verschärfte Anfang März seine Sanktionen gegen das kommunistische Regime. Nordkorea drohte mehrfach mit atomaren Erstschlägen gegen die USA und Südkorea.

Nordkorea brachte den jetzigen Test in unmittelbaren Zusammenhang mit dem geplanten Kongress der herrschenden Arbeiterpartei im Mai - dem ersten derartigen Treffen seit 1980. Der Test sei unter anderem ein "großer Sieg unseres Volkes in seinem Bestreben, den siebten Kongress der Arbeiterpartei zu glorifizieren".

In Südkorea vermuten Beobachter, dass Nordkoreas Machthaber vor dem Parteikongress mit angeblich erzielten Fortschritten beim Raketenprogramm Stärke demonstrieren will. In den vergangenen Wochen hatte sich Nordkorea bereits unter anderem damit gebrüstet, Atomsprengköpfe für Langstreckenraketen bauen zu können und erfolgreich einen Motor für Feststoffraketen getestet zu haben. Moderne Interkontinentalraketen fliegen in der Regel mit festem Treibstoff, weil dieser lange gelagert werden kann.

Der jetzige Test fand den nordkoreanischen Angaben zufolge in Sohae an der Westküste statt. Dort hatte Nordkorea Anfang Februar auch einen Satelliten gestartet. Aus Sicht der internationalen Gemeinschaft handelte es sich dabei jedoch um den verdeckten Test für die Technologie einer Langstreckenrakete.

dpa


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