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Kein Durchkommen: Eine Straßensperrung unweit der Grenze zwischen Nord- und Südkorea.

Kein Durchkommen: Eine Straßensperrung unweit der Grenze zwischen Nord- und Südkorea. © Jeon Heon-Kyun

Konflikte

Nordkorea stellt Betrieb von Industriepark Kaesong ein

Im zugespitzten Konflikt zwischen Süd- und Nordkorea steht auch das letzte große Gemeinschaftsprojekt der verfeindeten Bruderländer vor dem Aus. Nach immer neuen Kriegsdrohungen kündigte das kommunistische Regime in Pjöngjang am Montag an, den Betrieb im gemeinsamen Industriepark Kaesong auf nordkoreanischem Gebiet bis auf weiteres einzustellen.

Seoul. n. Mit diesem Schritt läutet Nordkorea eine neue Eskalationsstufe ein.

Alle 53 000 nordkoreanischen Arbeiter sollen abgezogen und der Fortbestand des Projekts überprüft werden. Südkorea verurteilte die Entscheidung als "ungerechfertigte" Maßnahme.

Die Sonderwirtschaftszone in der grenznahen Stadt Kaesong gilt nicht nur als Symbol der innerkoreanischen Zusammenarbeit, sondern auch als ein wichtiger Devisenbringer für den Norden. Beide Staaten befinden sich seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53) formell noch immer im Kriegszustand.

Nordkorea werde zudem untersuchen, ob das Land den Fortbestand des Kaesong-Komplexes "erlaubt oder schließt", erklärte der Sekretär des Zentralkomitees der in Nordkorea herrschenden Arbeiterpartei, Kim Yang Gon, der die Sonderwirtschaftszone kurz vorher besucht hatte. Die Schuld für die Schließung schob er der südkoreanischen Regierung in die Schuhe. "Militärische Kriegstreiber" hätten die Zone in eine "Brutstätte der Konfrontation" verwandelt, wurde Kim von den Staatsmedien zitiert. Wie es weitergehe, hänge von Südkorea ab.

Nordkorea hatte den Zugang zu dem Industriepark für südkoreanische Pendler und Lieferanten bereits in der vergangenen Woche gesperrt, die Ausreise für Südkoreaner jedoch weiter erlaubt. Der Schritt hatte jedoch dazu geführt, dass mehrere Fabriken den Betrieb einstellen mussten. In der Zone profitierten zuletzt 123 Unternehmen aus Südkorea von niedrig bezahlten Arbeitskräften aus dem Norden.

Das Vereinigungsministerium warnte in einer Erklärung, Nordkorea müsse allein die Konsequenzen für die Einstellung des Komplexes tragen. Mit der Entscheidung mache Nordkorea die Lage nur noch schlimmer, sagte Vereinigungsminister Ryoo Kihl Jae.

Vor der Ankündigung Nordkoreas hatte es zuvor Wirbel um Bemerkungen Ryoos gegeben, Nordkorea bereite möglicherweise einen vierten Atomtest auf seinem Testgelände in Punggye-ri vor. Ein Sprecher des Verteidigungsministerium bestätigte, es seien zwar Aktivitäten auf dem Gelände zu beobachten, diese seien jedoch nicht ungewöhnlich. Er betonte aber, die Situation nach dem dritten nordkoreanischen Atomtest sei die gleiche: "Falls Nordkorea die Entscheidung trifft, kann es jederzeit einen Atomtest durchführen."

Südkorea vermutet, dass Nordkorea noch in dieser Woche eine Mittelstreckenrakete mit einer Reichweite von 3000 bis 4000 Kilometern von einer mobile Startrampe von der Ostküste starten wird.

Seit dem zweiten nordkoreanischen Atomtest im Februar ist die Lage auf der geteilten Halbinsel gespannt. Angesichts der Ausweitung von UN-Sanktionen wegen des Tests und südkoreanisch-amerikanischer Militärmanöver hatte Pjöngjang den Waffenstillstandsvertrag von 1953 gekündigt, den USA mit einem Atomschlag gedroht und den "Kriegszustand" im Verhältnis zu Südkorea ausgerufen.

dpa


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