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Mit einer geschätzten Reichweite von 3000 bis 4000 Kilometern könnte eine Musudan theoretisch Japan und die US-Pazifikinsel Guam treffen.

Mit einer geschätzten Reichweite von 3000 bis 4000 Kilometern könnte eine Musudan theoretisch Japan und die US-Pazifikinsel Guam treffen. © Kcna

Konflikte

Nordkorea provoziert mit neuen Raketentests

Wieder und wieder testet Nordkorea Raketen und sorgt damit auf der internationalen Bühne für Empörung. Auch bisherige Fehlschläge und Sanktionen halten Pjöngjang nicht von weiteren Tests ab.

Seoul. Trotz eines Verbots durch UN-Resolutionen hat Nordkorea seine Tests mit Mittelstreckenraketen fortgesetzt und damit international Besorgnis ausgelöst.

Nach Angaben Südkoreas feuerte das nordkoreanische Militär im Abstand von nur etwa zwei Stunden zwei solcher Raketen in Richtung Japanisches Meer ab. Die Vereinten Nationen sprachen von einem "dreisten und unverantwortlichen" Schritt sowie einem "absichtlichen Verstoß gegen internationale Verpflichtungen". Die Sicherheit in der Region werde untergraben, warnte der Sprecher von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.

Mehrere UN-Resolution verbieten dem kommunistischen Regime in Pjöngjang Raketentests mit ballistischer Raketentechnik. Nordkorea arbeitet an der Entwicklung von Mittelstrecken- und Langstreckenraketen, die einen atomaren Sprengkopf tragen können.

Beim ersten Versuch ging Südkorea von einem Fehlschlag aus, die Rakete soll nach 150 Kilometern in der Luft explodiert sein. Die zweite Rakete sei etwa 400 Kilometer weit geflogen, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul mit. 

Ob der zweite Test nach bereits mehreren Fehlversuchen mit Mittelstreckenraketen des Typs Musudan in diesem Jahr ein Erfolg war, sollten weitere Analysen ergeben. Mit einer geschätzten Reichweite von 3000 bis 4000 Kilometern könnte eine Musudan Japan und die US-Pazifikinsel Guam treffen.

Die USA, ihre beiden Verbündeteten Südkorea und Japan sowie die Nato verurteilten die beiden neuerlichen Raketentests als Provokation. Auch die Bundesregierung verurteilte die Tests "aufs Schärfste". Ein Sprecher des Außenministeriums sagte in Berlin: "Wenn das Regime in Pjöngjang glauben sollte, die internationale Gemeinschaft würde sich an diese gezielten Völkerrechtsbrüche gewöhnen, dann liegt es völlig falsch."

Südkorea rief eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats ein. "Nordkorea drohen härtere Sanktionen durch Seoul und die internationale Gemeinschaft sowie größerer Druck", warnte die Regierung in Seoul.

Bei den jüngsten Tests seien die Raketen "über dem Japanischen Meer verfolgt worden, in das sie nach ersten Anzeichen auch abgestürzt sind", teilte das Strategische Kommando der USA mit. Eine Gefahr für Nordamerika habe nicht bestanden. 

Japans Regierung legte laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo in scharfer Form Protest bei Nordkorea ein. Die Nato rufe Nordkorea weiter dazu auf, seinen internationalen Verpflichtungen Folge zu leisten, sagte der Generalsekretär des Militärbündnisses, Jens Stoltenberg. 

Die Spannungen in der Region haben sich seit einem nordkoreanischen Atomtest im Januar - dem insgesamt vierten des Landes - und dem umstrittenen Start einer Weltraumrakete deutlich erhöht. Der UN-Sicherheitsrat hatte die Sanktionen gegen Pjöngjang im März verschärft. 

Unterdessen trafen bei einem Sicherheitsforum in Peking Diplomaten der sechs Länder einschließlich Nordkoreas zusammen, die auch an den Mehrparteingesprächen über das nordkoreanische Atomprogramm teilgenommen hatten. Die anderen Länder sind die USA, China, Südkorea, Russland und Japan. Die Sechser-Gespräche sind seit 2009 eingefroren. 

dpa


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