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Die Flagge an der nordkoreanischen Botschaft in Berlin.

Die Flagge an der nordkoreanischen Botschaft in Berlin. © Stefan Schaubitzer

Konflikte

Nordkorea fordert Aufhebung von UN-Sanktionen vor Dialog

Nordkorea zeigt Gesprächsbereitschaft, stellt aber für Verhandlungen mit den USA und Südkorea Bedingungen, die als unerfüllbar gelten: etwa die Aufhebung von UN-Sanktionen und ein Ende südkoreanisch-amerikanischer Militärmanöver.

Seoul. Seoul nennt das absurd.

Die nationale Verteidigungskommission forderte in einer Erklärung die Aufhebung der UN-Sanktionen, die wegen der nordkoreanischen Raketenstarts und Atomtests verhängt worden waren. Die USA und Südkorea sollten außerdem ein Ende gemeinsamer Militärübungen garantieren und alle "Atomkriegsmittel" aus Südkorea abziehen, wurde die politische Abteilung des höchsten Entscheidungsgremiums des kommunistischen Landes von den Staatsmedien zitiert. Südkorea wies die Forderungen wie erwartet zurück.

Nordkoreas Argumente seien unverständlich und absurd, sagte der Sprecher des Außenministeriums in Seoul, Cho Tai Young. Pjöngjang müsse die "richtige Wahl" treffen und mit der Staatengemeinschaft kommunizieren, statt zu provozieren.    

Südkoreas nationaler Sicherheitsberater, Kim Jang Soo, sagte vor dem Parlament in Seoul, Südkorea sei weiter auf mögliche "lokal begrenzte Provokationen" Nordkoreas vorbereitet. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass sich Nordkorea auf einen umfassenden Krieg vorbereite, wurde Kim von der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert.

Die USA und Südkorea müssten die geforderten praktischen Maßnahmen umsetzen, falls sie es wirklich ernst meinten mit "Dialog und Verhandlungen" und "Vergeltungsschläge wie mit einem Vorschlaghammer" vermeiden wollten, warnte die Kommission in Pjöngjang. Den USA unterstellte das Regime erneut, durch die Militärmanöver mit Südkorea einen Nuklearkrieg vorzubereiten. "Dialog lässt sich niemals mit Kriegsaktionen vereinbaren". Die Rücknahme der Sanktionen würde Pjöngjang als Geste des guten Willens betrachten.

Die Erklärung erfolgte nach einer Reihe von Kriegsdrohungen, die Nordkorea in den vergangenen Wochen ausgestoßen hatte. Die bisherigen Dialogangebote beider Länder hatte Pjöngjang zuletzt als "listige Tricks" bezeichnet. Das Land will nach Meinung von Beobachtern vor allem als Atommacht voll anerkannt werden. Die USA haben wiederholt deutlich gemacht, dass sie ein atomar gerüstetes Nordkorea niemals akzeptieren würden.

US-Außenminister John Kerry hatte am Montag in Tokio erklärt, Washington sei weiter offen für glaubwürdige Verhandlungen. Pjöngjang müsse aber Schritte hin zu einer Denuklearisierung unternehmen. Die Lage in der Region gilt seit dem dritten nordkoreanischen Atomtest im Februar als extrem gespannt. Angesichts ausgeweiteter UN-Sanktionen hatte Nordkorea unter anderem den Waffenstillstandsvertrag von 1953 gekündigt.   

dpa


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