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Die Chancen für einen Dialog über das umstrittene Atomprogramm stehen schlecht.

Die Chancen für einen Dialog über das umstrittene Atomprogramm stehen schlecht.© KCNA

Konflikte

Nordkorea droht Südkorea mit Angriff ohne Vorwarnung

Nordkorea hat unmittelbar nach den ruhigen Feierlichkeiten zum 101. Geburtstag des "ewigen Präsidenten" Kim Il Sung den Ton gegen Südkorea wieder verschärft.

Seoul. Das oberste Kommando der Volksarmee drohte am Dienstag wegen anti-nordkoreanischer Proteste in Südkorea, "eine Vergeltungsaktion ohne Vorwarnung" zu beginnen. Im zugespitzten Konflikt um sein Atomprogramm ging Nordkorea zunächst nicht auf die Gesprächsangebote der USA ein.

Die Warnung sei ein "Ultimatum an die südkoreanischen Marionettenkräfte", zitierten nordkoreanische Staatsmedien das Streitkräfte-Kommando. Wenn Seoul wirklich einen Dialog wolle, müsse es sich für alle Aktionen gegen Nordkorea entschuldigen. Das Verteidigungsministerium in Seoul nannte die jüngste Drohung aus Pjöngjang "bedauerlich". Südkorea werde strikt auf jede militärische Provokation reagieren, bekräftigte ein Sprecher.

Nach den Kriegsdrohungen der vergangenen Wochen hatte Nordkorea den Geburtstag des verehrten Staatsgründers Kim Il Sung am Montag ohne Säbelrasseln mit kulturellen und sportlichen Großveranstaltungen gefeiert. Auf größere Paraden hatte das Regime verzichtet. Auch die von Südkorea befürchteten Starts von Raketen blieben aus.

Nach Einschätzung des Verteidigungsministeriums in Seoul ist Nordkorea aber weiter auf einen Test mehrerer Raketen vorbereitet, darunter eine oder zwei Mittelstreckenraketen. Die an der Ostküste von Nordkorea gesichteten Raketen des Typs Musudan mit Reichweiten von geschätzten 3000 bis 4000 Kilometern seien noch nicht abgezogen worden.

Die Drohung aus Pjöngjang folgte auf Proteste in Seoul am Montag. Südkoreanischen Medienberichten zufolge verbrannten Mitglieder konservativer Gruppen dabei Porträts Kim Il Sungs, seines Sohns Kim Jong Il und des Machthabers Kim Jong Un. Nordkorea fühlt sich durch solche anti-nordkoreanischen Proteste im westlich orientierten Süden provoziert. Das Truppenkommando des Nordens unterstellte der südkoreanischen Regierung, die jüngste Kundgebung unterstützt zu haben.

Auf die Gesprächsangebote der USA ging Nordkorea zunächst nicht ein. Hochrangige US-Regierungsbeamte wetteiferten darum, über einen möglichen Dialog zu reden, hieß es in einer von den staatlichen Medien veröffentlichten Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang. Dies sei jedoch nur ein "listiger Trick", um der Verantwortung für die Spannungen zu entgehen. Die USA wollten die "Weltmeinung täuschen". Zugleich drohte Pjöngjang, die "militärischen Gegenmaßnahmen" zur Selbstverteidigung zu verschärfen.

Nordkorea unterstellte den USA erneut, einen Atomkrieg vorzubereiten. Ein echter Dialog sei nur dann möglich, wenn die eigene nukleare Abschreckung ausreichend sei, um der US-Bedrohung etwas entgegenzuhalten.

Nordkorea will nach Meinung von Beobachtern vor allem als Atommacht voll anerkannt werden. Die USA haben wiederholt deutlich gemacht, dass sie ein atomar gerüstetes Nordkorea niemals akzeptieren würden. US-Außenminister John Kerry hatte am Montag in Tokio zusammen mit Japan trotz andauernder Provokationen aus Pjöngjang Verhandlungsbereitschaft signalisiert: Washington sei weiter offen für glaubwürdige Verhandlungen. Pjöngjang müsse aber Schritte hin zu einer Denuklearisierung unternehmen.

Nach den Worten von US-Präsident Barack Obama ist Nordkorea noch nicht in der Lage, Raketen mit Atomsprengköpfen zu bestücken. "Aber wir müssen sicherstellen, dass wir auf alle Eventualitäten vorbereitet sind", sagte Obama in einem Interview des Senders NBC, das am Dienstag ausgestrahlt wurde. "Ich kenne den politischen Führer Nordkoreas nicht", sagte er. Aber mit seinem Verhalten und seiner Rhetorik habe Pjöngjang definitiv provoziert.

Die Lage in der Region ist seit dem dritten nordkoreanischen Atomtest im Februar extrem gespannt. Angesichts ausgeweiteter UN-Sanktionen und südkoreanisch-amerikanischer Militärübungen hatte Nordkorea unter anderem den Waffenstillstandsvertrag von 1953 gekündigt und den USA einen präventiven Atomschlag angedroht.  

dpa


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